Nach einem massiven Gewinneinbruch und anhaltenden Problemen im China-Geschäft streicht Carl Zeiss Meditec weltweit bis zu 1.000 Stellen. Das umfangreiche Restrukturierungsprogramm soll die erodierende Profitabilität retten. Für das erfolgsverwöhnte Medizintechnikunternehmen markiert dieser Schritt eine tiefe Zäsur.
Margen unter Druck
Die jüngsten Halbjahreszahlen offenbaren den Handlungsdruck. Der Umsatz sank leicht auf 991 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBITA) rutschte deutlich drastischer ab und landete bei lediglich 60,5 Millionen Euro. Das entspricht fast einer Halbierung im Vorjahresvergleich.
Verantwortlich für die Misere ist ein Mix aus mehreren Faktoren. Negative Währungseffekte und ein schwächelndes Geschäft mit Intraokularlinsen belasten die Bilanz. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, die das Investitionsklima in Nord- und Südamerika abkühlen. Der Hauptauslöser für den harten Sparkurs liegt laut Management in der anhaltenden Schwäche auf dem chinesischen Markt.
Teurer Umbau
Um gegenzusteuern, baut der Konzern um. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 soll eine jährliche Ergebnisverbesserung von über 200 Millionen Euro erreicht werden. Dafür verlagert das Unternehmen Forschungsaktivitäten in günstigere Länder, strafft das Produktportfolio und optimiert die Lieferketten.
Dieser Kurswechsel kostet zunächst Geld. Das Management plant einmalige Aufwendungen von bis zu 150 Millionen Euro ein. Neben Sachkostenkürzungen steht der globale Personalabbau im Zentrum der Bemühungen, um die Verwaltungskosten dauerhaft zu senken.
Gekappte Ziele
Für das laufende Gesamtjahr schraubt Carl Zeiss Meditec die Erwartungen nach unten. Der Vorstand peilt nun Erlöse von maximal 2,2 Milliarden Euro an. Die bereinigte operative Marge soll sich bei unter zehn Prozent einpendeln. Mittelfristig strebt das Unternehmen wieder Werte von über 15 Prozent an.
An der Börse hat die anhaltende Schwächephase tiefe Spuren hinterlassen. Auf Jahressicht verlor die Aktie rund 59 Prozent an Wert. Am Freitag schloss das Papier bei 25,18 Euro und damit in unmittelbarer Nähe zum jüngsten 52-Wochen-Tief. Die nun initiierten Einschnitte müssen rasch greifen, um den Abwärtstrend operativ wie am Kapitalmarkt zu stoppen.
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