Die Papiere von Cardinal Infrastructure geraten unter spürbaren Verkaufsdruck: Im heutigen Handel verliert die Aktie 10 % auf 25,74 USD. Medienberichten zufolge kündigte die Kanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd LLP gestern eine Untersuchung bezüglich möglicher Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze an. Ein ursächlicher Zusammenhang mit den heutigen Kursabgaben ist dabei nicht belegt.
Juristischer Druck nach gesenkter Margenprognose
Auslöser der juristischen Aktivitäten sind frühere Unternehmensangaben sowie die Vorlage der Geschäftszahlen vom 11. August. Gleich mehrere Anwaltskanzleien prüfen derzeit, ob das Management von Cardinal Infrastructure gegen bundesstaatliche Wertpapiergesetze verstoßen und Anleger fehlerhaft informiert hat.
So gab Bleichmar Fonti & Auld am Montag eine Untersuchung wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs bekannt. Gegenstand sind Aussagen über das übernommene Unternehmen A.L. Grading Contractors. Die Kanzlei verwies auf die ausgewiesene bereinigte EBITDA-Marge von 12,4 %, die hinter früheren Erwartungen von mehr als 20 % zurückblieb.
Bereits am Freitag hatte zudem Block & Leviton mitgeteilt, mögliche Gesetzesverstöße von Führungskräften nach der Margenveröffentlichung und der Senkung der Prognose zu analysieren.
Die gehäuften Ankündigungen von Klageprüfungen verunsichern die Marktteilnehmer sichtlich. Die Zuverlässigkeit der operativen Prognosen nach früheren Zukäufen rückt damit erneut in das Blickfeld der Investoren, nachdem die verfehlten Margenziele das Vertrauen bereits im Sommer belastet hatten.
Übernahme von Allied Paving abgeschlossen
Ungeachtet der rechtlichen Auseinandersetzungen vollzog Cardinal Infrastructure Group am 1. Oktober die Akquisition von Allied Paving Contractors von Allied Paving Contractors, Inc. Der Gesamtkaufpreis belief sich auf rund $115,0 Millionen. Davon zahlte das Unternehmen rund $88,9 Millionen in bar und gab 1.006.796 Cardinal Class A-Aktien aus, vorbehaltlich üblicher Anpassungen nach dem Vollzug.
Im Zuge der Übernahme wechselt Allied-CEO John McLean zu Cardinal Infrastructure. Er soll dort künftig das Paving-Geschäft im Bundesstaat Georgia leiten. Mit diesem Schritt setzt das Unternehmen seine Strategie fort, regionale Straßenbauaktivitäten unter dem Konzerndach zusammenzuführen.
Notierung nahe am Jahrestief
Die jüngste Kursschwäche bringt den Titel bedrohlich nah an seine Jahrestiefststände. Mit der heutigen Bewegung nähert sich die Aktie dem 52-Wochen-Tief von 25,68 USD weiter an. Der Markt reagiert weiterhin empfindlich auf die offenen Fragen rund um die Profitabilität der integrierten Einheiten.
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