Cardano vollzieht heute den bedeutendsten Umbruch seiner Geschichte. Mit der Aktivierung des Van-Rossem-Updates tritt die Gründerfirma Input Output offiziell in den Hintergrund. Damit erreicht das Netzwerk die lang erwartete Phase der vollständigen Selbstverwaltung.
Input Output (IO) überträgt die Verwaltung der Kerntechnik ab August an spezialisierte Firmen wie Se7en Labs und Teragone. Die Organisationen Intersect und Pragma übernehmen künftig die Aufsicht über die Entwicklung. Dieser Schritt schließt die sogenannte Voltaire-Ära ab.
Parallel dazu halbiert IO seine Budgetforderungen an die Netzwerkkasse. Statt 97,5 Millionen US-Dollar fordert das Team für das laufende Jahr nur noch rund 46,8 Millionen an. Das Signal ist klar: Die Abhängigkeit vom Gründerteam soll massiv sinken.
Mehr Tempo, weniger Kosten
Der Hard Fork wird heute Abend um 21:44 UTC bei einer spezifischen Blockhöhe aktiviert. Im Vorfeld ratifizierten über 77 Prozent der gewählten Repräsentanten das Upgrade. Die technische Verbesserung zielt vor allem auf die Effizienz der Smart-Contract-Plattform Plutus ab.
Die Kosten für Transaktionen auf der Blockchain sinken durch das Update spürbar. Zudem schafft die Maßnahme die Grundlage für das zukünftige Leios-Protokoll. Dieses soll den Datendurchsatz des Netzwerks theoretisch um das 60-Fache erhöhen. Große Börsen wie Binance stoppen für die Dauer der Umstellung vorübergehend alle ADA-Einzahlungen.
Wale kaufen den Dip
Trotz der technischen Meilensteine steht der Kurs unter Druck. Seit Jahresbeginn verlor ADA über 52 Prozent an Wert. Aktuell notiert der Coin bei rund 0,1668 USD. Das entspricht einem Rückgang von über 80 Prozent zum 52-Wochen-Hoch.
Großinvestoren nutzen die Schwäche jedoch für massive Zukäufe. Wallets mit Beständen von bis zu 100 Millionen ADA halten nun kollektiv 25,65 Milliarden Einheiten. Damit kontrollieren diese Wale fast 68 Prozent des umlaufenden Angebots. Es ist ihr höchster Anteil seit Februar 2023.
Zusätzliche Fantasie weckt ein Termin im kommenden Monat. Am 9. August 2026 öffnet sich ein Prüfungsfenster der US-Börsenaufsicht SEC für einen möglichen Spot-ETF auf Cardano. Grayscale hat bereits offizielle Dokumente für einen entsprechenden Fonds namens „GADA“ eingereicht. Ein Erfolg könnte dem Netzwerk nach der technischen Unabhängigkeit auch institutionelles Kapital sichern.
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