Rund um Cardano ist es derzeit alles andere als ruhig. Gründer Charles Hoskinson sorgt mit einer provokanten These für Diskussionen, während sich das Projekt zugleich mit den Folgen eines Hackerangriffs auseinandersetzen muss und der Kurs der Kryptowährung ADA an einer entscheidenden charttechnischen Marke klebt.
Für Anleger ergibt sich damit ein spannendes Gesamtbild, in dem technologische Ambitionen, öffentliche Fehden und Marktmechanik aufeinandertreffen. Wer ADA im Depot hat oder einen Einstieg erwägt, sollte die einzelnen Fäden kennen.
Hoskinsons Wette auf die Quantenfrage
Für Aufsehen sorgte Hoskinson mit der Aussage, Bitcoin könne seine Spitzenposition verlieren, sollte es dessen Gemeinschaft nicht gelingen, rechtzeitig eine Antwort auf leistungsstarke Quantencomputer zu finden. Solche Rechner könnten theoretisch private Schlüssel aus offengelegten öffentlichen Schlüsseln ableiten und so Zugriff auf Guthaben erlangen. Bitcoin bezeichnete Hoskinson als in der Zeit erstarrt, weil größere Änderungen dort die Zustimmung vieler Beteiligter erfordern. Cardano hingegen verfüge über ein formelles Abstimmungssystem, das Aktualisierungen klarer regele.
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um ein Argument über Steuerungsmodelle, nicht um Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff. Auch Cardano hat eine solche Umstellung bislang nicht vollzogen, und interne Abstimmungen zeigten zuletzt, dass selbst gründernahe Vorschläge dort nicht automatisch durchgewinkt werden.
Ein Hackerangriff und die Rückzahlung
Handfester ist ein anderes Thema. Bei der Cardano-Wallet SecondFi entwendeten Angreifer im Juni rund 16,1 Millionen ADA im Gegenwert von etwa 2,5 Millionen US-Dollar aus 374 Nutzerkonten, indem sie eine Schwachstelle in der Android-Version ausnutzten. Der Betreiber fährt seinen regulären Betrieb nun dauerhaft herunter und konzentriert alle Kräfte auf die Entschädigung der Betroffenen.
Gemeinsam mit der Cardano Foundation und Input Output Group soll ein Rückzahlungswerkzeug entstehen, das auf sogenannten Zero-Knowledge-Beweisen basiert, einer Methode, mit der Nutzer ihre Betroffenheit nachweisen können, ohne sensible Zugangsdaten preiszugeben. Der Fahrplan sieht drei Stufen bis Anfang September vor. Immerhin gelang es dem Team, 129 Millionen ADA rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Zugleich warnt SecondFi vor Betrügern, die die Situation für Phishing ausnutzen.
Cardano Chart
Der Kurs steht an der Wegscheide
Charttechnisch spitzt sich die Lage zu. ADA notierte zum Wochenbeginn bei rund 0,166 Dollar und bewegt sich in einer sich verengenden Dreiecksformation, deren Auflösung eine deutliche Richtungsbewegung auslösen könnte. Die Handelsspanne des Tages war die engste seit Wochen, das Handelsvolumen brach spürbar ein und das Interesse an Terminkontrakten ging zurück. Marktbeobachter deuten dies als abwartende Haltung vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank.
Als wichtige Unterstützung gilt die Marke um 0,162 US-Dollar, während oberhalb bei rund 0,175 US-Dollar erster Widerstand wartet. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt ein öffentlicher Schlagabtausch: Ein Vertreter von Ark Invest stellte infrage, ob Cardano überhaupt noch berichtenswert sei, worauf Hoskinson mit dem Vorwurf persönlicher Voreingenommenheit konterte. Ob dieser Streit dem Projekt eher schadet oder ihm neue Aufmerksamkeit verschafft, bleibt offen. Für Anleger überwiegt vorerst die Unsicherheit, denn solange das Dreieck nicht bricht, bleibt die Richtung schlicht unentschieden.
Cardano-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Cardano-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Cardano-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Cardano-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
