Cardano: 120 Millionen ADA für DeFi-Liquidität

Cardano-Governance gibt 120 Mio. ADA für DeFi-Liquiditätsprogramm frei. Grayscale zieht ETF-Anträge zurück, während Großanleger Bestände reduzieren.

Auf einen Blick:
  • Governance-Votum: 120 Mio. ADA freigegeben
  • DeFi-Liquidität soll auf 200 Mio. USD steigen
  • Grayscale zieht Cardano-ETF-Anträge zurück
  • Wale reduzieren Bestände, Korrekturrisiko steigt

Die Cardano-Community hat am heutigen Mittwoch eine weitreichende Entscheidung für die Weiterentwicklung des Ökosystems getroffen. In einer Governance-Abstimmung sprachen sich die Beteiligten für die Freigabe von 120 Millionen ADA aus der Treasury aus.

Mit diesen Mitteln soll das sogenannte PRIME-Programm von AlphaGrowth finanziert werden, um die Liquidität im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) massiv zu steigern. Das Hauptziel der Initiative ist es, das in den Protokollen hinterlegte Kapital (Total Value Locked, TVL) von derzeit etwa 68 bis 90 Millionen US-Dollar auf über 200 Millionen US-Dollar anzuheben.

Offensive im Bereich Decentralized Finance

Die Entscheidung markiert einen strategischen Wendepunkt für das Netzwerk. Von den genehmigten 120 Millionen ADA – was zum aktuellen Zeitpunkt einem Wert von etwa 22,2 Millionen US-Dollar entspricht – werden 30 Millionen ADA sofort verfügbar gemacht.

Die verbleibenden 90 Millionen ADA sind an das Erreichen bestimmter Meilensteine in einer späteren Phase geknüpft. Das Ergebnis der Abstimmung fiel deutlich aus: Rund 73,04 Prozent der abgegebenen Stimmen, was einem Gewicht von 3,73 Milliarden ADA entspricht, unterstützten den Vorschlag.

Im Zuge dieser Neuausrichtung wurden andere Kostenstellen gekürzt. Berichten zufolge wurde das ursprünglich geplante Marketingbudget von 2,4 Millionen US-Dollar auf etwa 648.720 US-Dollar reduziert, um die Ressourcen stärker auf die direkte Liquiditätsförderung zu konzentrieren. Die Community erhofft sich durch das auf zwölf Monate angelegte Programm eine deutliche Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Blockchain-Plattformen.

Grayscale zieht ETF-Anträge zurück

Trotz der internen Fortschritte gab es heute einen Dämpfer von institutioneller Seite. Der Vermögensverwalter Grayscale hat die Registrierungen für seine Krypto-Trusts auf Basis von Cardano, Hedera und Polkadot zurückgezogen. Dies trübt die kurzfristigen Hoffnungen auf eine baldige Zulassung eines entsprechenden börsengehandelten Indexfonds (ETF) in den USA.

Dennoch bleibt ein gewisser regulatorischer Fokus bestehen: Da CME-Futures bereits seit geraumer Zeit gehandelt werden, steht eine Entscheidung der US-Börsenaufsicht SEC über andere Anträge noch bis zum 23. Oktober 2026 aus.

Der Kurs reagierte am Mittwoch mit Verlusten auf das Marktumfeld. Cardano notiert aktuell bei 0,1829 USD, was einem Rückgang von 3,5 % gegenüber dem Vortag entspricht. Damit bewegt sich das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1,01 USD, zu dem derzeit ein Abstand von -82 % besteht. Positiv zu werten ist hingegen, dass der Kurs mit einem Abstand von 7,4 % immer noch über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 0,1703 USD liegt.

Skepsis unter Großinvestoren wächst

Zusätzlich zur institutionellen Zurückhaltung zeigen Daten eine Verringerung der Bestände bei großen Adressen. Die Anzahl der Wallets, die zwischen 1 und 10 Millionen ADA halten, sank bis gestern innerhalb von neun Tagen von 2.370 auf 2.340. Analysten werten diesen Rückgang der „Wale“ sowie technische Indikatoren wie ein „Death Cross“ im MVRV-Verhältnis als Warnsignale für ein erhöhtes Korrekturrisiko. Sollte die Unterstützung bei 0,170 USD nicht halten, könnten weitere Abschläge folgen.

Parallel zu den finanziellen Entwicklungen setzt die Cardano Foundation ihre Bemühungen um technologische Standardisierung fort. Die Stiftung trat am heutigen Mittwoch der x402 Foundation als assoziiertes Mitglied bei.

Diese Initiative, die im Umfeld der Linux Foundation agiert, zielt auf die Entwicklung offener Standards für Zahlungssysteme ab. Während dies langfristig die Integration von Cardano in globale Zahlungsströme fördern könnte, dominieren kurzfristig die Sorgen um den Liquiditätsabfluss der Großanleger das Geschehen.

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