Cardano: 10-Prozent-Einbruch trotz Wal-Rekord

Trotz massiver Akkumulation durch Großinvestoren fällt der ADA-Kurs um zehn Prozent. Die Netzwerkaktivität schrumpft parallel.

Auf einen Blick:
  • Höchste Wal-Konzentration seit 2020
  • Kursrutsch um knapp zehn Prozent
  • Netzwerkaktivität sinkt deutlich
  • SEC-ETF-Entscheidung rückt näher

Wale kaufen Cardano wie seit sechs Jahren nicht mehr. Ausgerechnet an diesem Mittwoch bricht der Kurs um knapp zehn Prozent ein. Die Geschichte hinter ADA ist gerade eine Geschichte zweier Gegensätze: massive Akkumulation auf der einen Seite, ein jäher Rückschlag auf der anderen.

Kursrally trifft auf jähen Rückschlag

ADA notiert aktuell bei 0,17 Dollar. Auf Wochensicht bleibt trotz des heutigen Einbruchs ein Plus von knapp 15 Prozent stehen. Der Grund: Cardano hatte sich in den Tagen zuvor kräftig erholt, nachdem der Coin am 26. Juni bei 0,14 Dollar ein neues Jahrestief markiert hatte.

Der Datendienst MEXC bezifferte den Kurs am 7. Juli noch auf 0,1832 Dollar – ein Wochenplus von fast 27 Prozent. Andere Quellen sprachen zwischenzeitlich sogar von einem Anstieg um 32,6 Prozent, der Cardano an Canton, Chainlink, Monero und Stellar vorbei auf Rang 13 der größten Kryptowährungen katapultierte. Verglichen mit dem Rekordhoch von 1,01 Dollar aus dem August 2025 liegt ADA aber weiterhin rund 84 Prozent im Minus, seit Jahresbeginn beträgt das Minus 53 Prozent.

Wale kaufen wie seit 2020 nicht mehr

Parallel zur Kursbewegung verschiebt sich die Eigentümerstruktur spürbar. Wal-Wallets kontrollieren mittlerweile 67 Prozent des ADA-Angebots – die höchste Konzentration seit 2020. Seit dem Tiefpunkt am 23. Juni sind laut MEXC knapp 14.800 neue, nicht-leere Wallets hinzugekommen.

Auch auf der Retail-Seite zeigt sich Kaufinteresse: 98 Prozent der Coinbase-Nutzer kaufen derzeit ADA, mit Widerstand bei 0,19 Dollar und Unterstützung nahe 0,17 Dollar – genau dort, wo der Kurs jetzt steht. Schon vorher hatten Wallets mit 10 bis 100 Millionen ADA ihren Anteil am Gesamtangebot binnen weniger Tage von 37,66 auf 38,13 Prozent ausgebaut.

Diese Käufe laufen allerdings gegen den Trend der Netzwerknutzung. Die täglichen Transaktionen fielen Ende Juni auf rund 17.400 – nahe dem niedrigsten Stand seit 45 Tagen. Smart-Contract-Transaktionen brachen sogar von knapp 26.000 Anfang Juni auf etwa 4.250 ein. Wale kaufen also zu, während die tatsächliche Netzwerkaktivität schrumpft.

ETF-Termin rückt näher

Cardano bewegt sich zudem auf einen konkreten regulatorischen Fahrplan zu. Seit Februar 2026 handelt die CME Group ADA-Futures, am 9. August 2026 öffnet sich ein beschleunigtes Prüffenster der US-Börsenaufsicht SEC. Grayscale hat bei der Behörde bereits offiziell die Unterlagen für einen Cardano-ETF namens GADA eingereicht, öffentlich einsehbar über das SEC-Register EDGAR.

Marktbeobachter verknüpfen diesen Antrag direkt mit der aktuellen Erholung. Zusammen mit der technischen Weiterentwicklung des Netzwerks – etwa dem Skalierungsprojekt Leios – gilt der ETF-Antrag als einer von zwei Auslösern, die Anleger diesen Monat im Blick behalten. Cardano zählt zudem weiterhin zu den größten Proof-of-Stake-Netzwerken nach delegiertem Stake-Volumen, ein Grundpfeiler, der während der Kursschwankungen stabil bleibt.

Der heutige Rückschlag von knapp zehn Prozent zeigt, wie fragil die Erholung bislang ist. Ob die Unterstützung bei 0,17 Dollar hält, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden – spätestens mit Öffnung des SEC-Prüffensters am 9. August wird sich zeigen, ob aus Wal-Akkumulation ein nachhaltiger Trend wird.

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