Die Carbios-Aktie geht dieser Tage den Bach hinunter. Nachdem der Kurs des französischen Umwelttech-Unternehmens bereits gestern um zwölf Prozent eingebrochen ist, geht es auch am Mittwochvormittag zweistellig nach unten. Was steckt hinter dem massiven Einbruch?
Angst vor einer Kapitalerhöhung
Die Carbios-Aktie leidet vor allem unter der Angst vor einer massiven Kapitalverwässerung. Das Unternehmen befindet sich in einer kritischen Übergangsphase. Der Bau der weltweit ersten industriellen, enzymatischen PET-Recyclinganlage in Longlaville verschlingt immense Summen.
Da die kommerzielle Großproduktion und damit nennenswerte operative Cashflows erst für die kommenden Jahre geplant sind, verbrennt das Unternehmen aktuell viel Geld. Am Markt wächst die Sorge, dass Carbios sehr zeitnah eine weitere große Kapitalerhöhung oder die Ausgabe neuer Aktienpakete ankündigen muss, um die Liquidität zu sichern. Anleger flüchten aus der Aktie, um der drohenden Verwässerung ihrer Anteile zuvorzukommen.
Zudem bereiten die Ölpreise Sorge um die Profitabilität. Das Geschäftsmodell von Carbios basiert darauf, recyceltes PET in absolut neuwertiger Qualität an Großkunden wie L’Oréal, Nestlé Waters oder PepsiCo zu verkaufen. Da das technologisch aufwendige Verfahren von Carbios in der aktuellen Hochlaufphase noch vergleichsweise hohe Produktionskosten verursacht, schwindet der wirtschaftliche Anreiz für Abnehmer, teures rPET zu kaufen.
Und allgemeine Branchenskepsis
Zusätzlich belastet eine allgemeine Skepsis gegenüber Tech- und Growth-Werten im Recycling-Sektor. Nachdem es in der Branche bei ähnlichen Projekten (wie etwa bei Loop Industries) immer wieder zu Verzögerungen bei der Skalierung vom Labor- in den Industriemaßstab kam, sind Investoren extrem vorsichtig geworden.
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