Canopy Growth-Aktie: Übernahme rückt näher!

Canopy Growth verzeichnet schrumpfende Verluste und plant die Übernahme von MTL Cannabis, um die Bruttomarge zu steigern und bis 2027 profitabel zu werden.

Auf einen Blick:
  • Verlust je Aktie deutlich auf 0,18 CA$ gesunken
  • Geplante Übernahme von MTL Cannabis nahezu einstimmig beschlossen
  • Ziel ist positive EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2027
  • Aktienkurs notiert weit unter historischen Höchstwerten

Canopy Growth steht Anfang März an einem Punkt, an dem mehrere Baustellen gleichzeitig über den Kursverlauf entscheiden: Der Konzern arbeitet an der Profitabilität, schärft die Bilanz – und will mit einer Übernahme die Marge nach oben ziehen. Doch reicht das, um aus dem Verlustmodus herauszukommen?

Quartalszahlen: Lichtblicke, aber Margendruck

Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 (bis 31. Dezember 2025) meldete Canopy Anfang Februar einen Umsatz, der im Jahresvergleich nahezu stagnierte: 74,5 Mio. CA$ (rund 54,5 Mio. US$). Die Zahlen zeigen zwar Fortschritte, aber keine klare Wachstumsdynamik.

Deutlich besser fiel der Verlust je Aktie aus. Er lag bei 0,18 CA$ nach 1,11 CA$ im Vorjahresquartal.

In Kanada entwickelte sich das Geschäft solider: Der Umsatz mit medizinischem Cannabis stieg um 15% auf 23 Mio. CA$, das Freizeitsegment legte um 8% auf ebenfalls 23 Mio. CA$ zu. Besonders auffällig war die Tochter Storz & Bickel: Deren Nettoerlöse sprangen gegenüber dem Vorquartal um 45% – getragen von starken Verkäufen des neuen VEAZY Vaporizers.

Trotzdem bleibt die Bruttomarge ein Problem. Die Cannabis-Bruttomarge sank auf 25% nach 28% im Vorjahr. Als Gründe nannte das Unternehmen niedrigere internationale Verkäufe sowie einen veränderten Absatzmix. Zusätzlich könnten geplante Änderungen am Veterans-Erstattungsprogramm finanziell nachwirken und die Margen künftig belasten.

Beim bereinigten EBITDA verringerte sich der Verlust auf 3 Mio. CA$ – laut Unternehmen der bislang niedrigste Wert, allerdings weiterhin negativ.

MTL Cannabis: Fokus auf Québec und höhere Marge

Strategisch zentral ist die geplante Übernahme von MTL Cannabis Corp. Mitte Februar teilte Canopy mit, dass die MTL-Aktionäre dem Deal auf einer Sonderversammlung zugestimmt haben. Die Zustimmung fiel nahezu einstimmig aus: 99,97% der abgegebenen Stimmen votierten dafür, bei einer Beteiligung von rund 89% der Aktionäre.

Der Abschluss steht noch unter üblichen Bedingungen, darunter finale Gerichtsbeschlüsse und weitere Drittgenehmigungen. Canopy erwartet den Vollzug noch vor Ende März.

Finanziell verknüpft das Management damit klare Ziele. CFO Thomas Stewart sprach von einer kurzfristig angestrebten kombinierten Bruttomarge im mittleren bis oberen 30%-Bereich. MTL habe historisch höhere Margen als Canopy erzielt. Die Transaktion soll sowohl die Bruttomarge als auch das bereinigte EBITDA verbessern. Mit dem zusätzlichen Volumen will Canopy die Marge weiter anheben und im Geschäftsjahr 2027 ein positives bereinigtes EBITDA erreichen.

Bilanz, Kurs und Rahmenbedingungen

Eine Rekapitalisierung im Januar verschob die Fälligkeiten aller ausstehenden Schulden bis 2031. Zum Quartalsende verfügte Canopy zudem über 371 Mio. CA$ an Barmitteln. Im selben Zeitraum schrumpfte der Nettoverlust laut Angaben um 49% gegenüber dem Vorjahr.

Am Aktienkurs ist die operative Stabilisierung bislang jedoch kaum abzulesen. Vor fünf Jahren kostete eine Aktie zeitweise über 300 CA$; aktuell notiert der Titel unter 2 US$. Auf Jahressicht fiel die Aktie um rund 40%, während die Branche insgesamt etwa 16% nachgab.

Canopy Growth Corporation Aktie Chart

Ein zusätzlicher Faktor bleibt die Regulierung in den USA: Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Executive Order, die Cannabis von Schedule I auf Schedule III umstuft. Das könnte US-Anbietern den Zugang zu Bankdienstleistungen erleichtern und die steuerliche Abzugsfähigkeit normaler Betriebsausgaben ermöglichen. Für Canopy bleibt der direkte US-Zugang aber begrenzt, weil die Umstufung Cannabis nicht legalisiert und das Unternehmen mit Blick auf das Nasdaq-Listing vorsichtig agieren muss. US-THC-Chancen verfolgt Canopy über Canopy USA, an dem es eine nicht konsolidierte, nicht beherrschende Beteiligung hält; zum Portfolio gehört unter anderem Acreage Holdings.

International belasteten in Europa weiter Lieferkettenprobleme. Canopy verweist jedoch auf eine geplante Erholung: Im dritten Quartal war die Sortenverfügbarkeit eingeschränkt, bis Anfang des Geschäftsjahres 2027 sollen wieder mehr als ein Dutzend Sorten angeboten werden. Die Anlage in Smiths Falls ist bereits EU-GMP-qualifiziert, weitere Zertifizierungen laufen. Das Management erwartet eine sequenzielle Verbesserung in Europa im vierten Quartal und dann weiter in Richtung Geschäftsjahr 2027, wenn das Blütenangebot wächst und die EU-GMP-Fortschritte den Export stützen.

Der nächste konkrete Prüfstein ist der erwartete Abschluss der MTL-Übernahme noch in diesem Monat – danach wird sich zeigen, ob die angekündigten Margen- und EBITDA-Effekte schnell genug greifen, um das Ziel eines positiven bereinigten EBITDA im Geschäftsjahr 2027 realistischer zu machen.

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