Der kanadische Cannabis-Produzent Canopy Growth hat seinen Nettoverlust im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 deutlich reduziert und verzeichnet gleichzeitig ein zweistelliges Umsatzplus. Laut Unternehmensangaben stieg der Nettoumsatz in den drei Monaten bis zum 30. Juni 2026 um 13 Prozent auf 81,2 Millionen kanadische Dollar. Der Nettoverlust sank in diesem Zeitraum massiv von 46,8 Millionen auf 14,6 Millionen kanadische Dollar.
Umsatzplus und verbesserte Margen im ersten Quartal
Die finanzielle Erholung des Unternehmens spiegelt sich auch im operativen Ergebnis wider. Der bereinigte EBITDA-Verlust verringerte sich auf 3,2 Millionen kanadische Dollar, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch 7,9 Millionen kanadische Dollar betragen hatte.
Diese Entwicklung wird maßgeblich auf Fortschritte bei der Kostenintegration und Sparmaßnahmen zurückgeführt. So gab das Management bekannt, die Kosten bereits um mehr als 30 Millionen kanadische Dollar gesenkt zu haben.
Parallel dazu verbesserte sich die Bruttomarge von 25 Prozent im Vorjahr auf nun 27 Prozent. Die bereinigte Bruttomarge erreichte sogar 31 Prozent, wobei Belastungen in Höhe von 2,6 Millionen kanadischen Dollar für Lagerbestandsaufwertungen im Zusammenhang mit der Übernahme von MTL Cannabis herausgerechnet wurden.
CEO Luc Mongeau und CFO Tom Stewart betonten im Rahmen der Ergebnisvorlage, dass der eingeschlagene Weg zur Profitabilität durch diese Effizienzsteigerungen gestützt werde.
Fokus auf internationale Märkte und medizinisches Cannabis
Das Wachstum im Auftaktquartal wurde von verschiedenen Geschäftsbereichen getragen. Besonders stark entwickelte sich das Segment für medizinisches Cannabis in Kanada mit einem Plus von 22 Prozent. Der Bereich für den Freizeitkonsum in Kanada sowie die internationalen Märkte legten jeweils um 10 Prozent zu. Auch die Tochtergesellschaft Storz & Bickel trug mit einem Umsatzwachstum von 6 Prozent zum Gesamtergebnis bei.
Ein zentraler Pfeiler der künftigen Strategie ist die Expansion in Europa. Wie das Unternehmen am Dienstag auf der Canaccord Genuity Growth Conference erläuterte, wird dort derzeit eine jährliche Umsatzrate von etwa 40 Millionen kanadischen Dollar erzielt.
Langfristig strebt Canopy Growth in Europa einen Jahresumsatz zwischen 100 Millionen und 150 Millionen kanadischen Dollar an. Medienberichten zufolge wurde die Aktie am vergangenen Samstag von Wall Street Zen auf „Hold“ hochgestuft, was die vorsichtig optimistische Stimmung unter Beobachtern widerspiegelt.
Neue Prüfgesellschaft und finanzielle Basis
Abseits des operativen Geschäfts kam es zu Veränderungen in der Unternehmensstruktur. Wie aus Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, legte die bisherige Prüfgesellschaft PKF O’Connor Davies ihr Mandat am vergangenen Freitag nieder. Der Prüfungsausschuss von Canopy Growth bestellte daraufhin MNP als neuen unabhängigen Wirtschaftsprüfer für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2027.
Trotz der operativen Fortschritte verzeichnete das Unternehmen einen erhöhten freien Cash-Abfluss von 25,7 Millionen kanadischen Dollar, verglichen mit 11,6 Millionen im Vorjahr. Dies wurde mit zeitlichen Effekten beim Betriebskapital begründet. Zur Stärkung der Liquidität trugen unter anderem Aktienverkäufe im Kontext der Acreage-Transaktion bei, durch die bis zum 5. August Nettoerlöse in Höhe von 134,4 Millionen US-Dollar erzielt wurden.
An der Börse notiert das Papier am heutigen Freitag nahezu unverändert bei 0,8728 Euro. Damit liegt die Aktie rund 4,3 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,8369 Euro.
Seit Jahresbeginn weist der Wert jedoch ein Minus von 16 Prozent auf, was die anhaltenden Herausforderungen im Sektor verdeutlicht. Das Management erwartet für die zweite Jahreshälfte weitere Verbesserungen der Profitabilität, sobald die Integration von MTL Cannabis vollständig abgeschlossen ist.
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