Canadian Solar rückt im Geschäft mit Solar- und Speicherlösungen klar von reinen Stückzahlen ab. Der Konzern stellt Profitabilität über Wachstum um jeden Preis. Das ist in einem weiter schwachen Solarmarkt kein kleiner Kurswechsel.
Die Aktie reagiert heute deutlich nervös. In Frankfurt fällt sie um 9,66 Prozent auf 13,46 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast 38 Prozent. Der Titel liegt damit klar unter dem 100-Tage-Durchschnitt, der bei 15,43 Euro verläuft.
Speicher wird zum Wachstumstreiber
Der wichtigste Hebel liegt im Energiespeicher. Canadian Solar will die Produktionskapazität für Batteriespeicher und Batteriezellen verdoppeln. Hintergrund ist der steigende Strombedarf durch KI-Infrastruktur und große Rechenzentren.
Im ersten Quartal erzielte der Speicherbereich Erlöse mit 2,1 Gigawattstunden ausgelieferter Systeme. Das war ein Anstieg um 142 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte erwartet das Management neue Rekorde bei den Volumina. Neue Fertigungslinien entstehen bereits, zusätzliche Kapazität soll im ersten Halbjahr 2027 anlaufen.
Weniger Menge, mehr Marge
Parallel dazu fährt der Konzern das Solargeschäft selektiver. In margenarmen Regionen bremst Canadian Solar die Auslieferungen, um die Profitabilität zu stützen. Für das zweite Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 1,0 bis 1,2 Milliarden Dollar in Aussicht.
Auch bei den Modulen bleibt der Fokus eng. Die Auslieferungen sollen bei 3,1 bis 3,3 Gigawatt liegen. Die Bruttomarge erwartet das Unternehmen bei 13 bis 15 Prozent. Das zeigt: Marktanteile zählen derzeit weniger als stabile Erträge.
Projekte verkaufen, Kapital freisetzen
Über die Tochter Recurrent Energy setzt Canadian Solar auf Kapitalumschichtung. Der Konzern verkauft entwickelte und im Bau befindliche Projekte, um die Bilanz zu entlasten und Mittel in die Pipeline zurückzuführen. Der jüngste Verkauf des Projekts Fort Duncan passt genau in dieses Muster.
Die Entwicklungspipeline für Solarprojekte lag Ende März bei 24 Gigawatt-Peak. Dazu kommt eine Speicherpipeline von 81 Gigawattstunden. Das ist ein beachtlicher Vorrat für die nächsten Ausbauphasen.
USA bleiben zentral
In den USA laufen weiter große Teile des Geschäfts zusammen. Dort entfielen im ersten Quartal rund 45 Prozent der gesamten Modulauslieferungen. Um diesen Markt besser zu bedienen, verdoppelt Canadian Solar die Modulproduktion im texanischen Werk auf 10 Gigawatt-Peak. Der Ausbau soll in der zweiten Hälfte 2026 abgeschlossen werden.
Auch operativ zeigt der Konzern Reaktionsfähigkeit. Das Werk in Fukuyama-shi in Japan läuft nach einem technischen Ausfall wieder vollständig. Die Anlage spielt im Portfolio nur eine Nebenrolle. Trotzdem sendet die schnelle Rückkehr ein wichtiges Signal für den laufenden Betrieb.
Zum Quartalsende verfügte Canadian Solar über 1,9 Milliarden Dollar an Liquidität. Das gibt Spielraum für den Umbau. Der Markt wird nun vor allem darauf achten, ob Speicher und Projektverkäufe die Schwäche im klassischen Solargeschäft abfedern können.
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