Mit Blick auf die anstehende kalte Jahreszeit stellt die Eisenbahngesellschaft Canadian National Railway die Weichen für einen stabilen Schienenverkehr. Das Unternehmen legte am Dienstag seinen Winterplan für 2026/2027 vor. Im Mittelpunkt stehen gezielte technische Nachrüstungen, um witterungsbedingte Verzögerungen im nordamerikanischen Streckennetz zu minimieren.
In die dafür eingesetzte Technologie flossen nach Unternehmensangaben bislang rund 64 Millionen $. Der Plan sieht unter anderem vor, in der Flotte für verteilte Druckluftbremsen 21 Motoren und Kompressoren auszutauschen.
Zudem strebt die Gesellschaft bei den kanadischen Regulierungsbehörden eine dauerhafte Ausnahmegenehmigung für ihr Hochdruck-Bremssystem an. Ein robuster Betrieb bei Minusgraden gilt in der Branche als kritischer Faktor für die pünktliche Zustellung von Frachtgütern.
Frachtaufkommen und Netzkapazitäten
Parallel zu den saisonalen Vorbereitungen treibt die Bahnlinie den Gütertransport voran. Im Agrarsektor startete das Unternehmen kürzlich den ersten Ganzzug vom erweiterten Getreidesilo des Partners Total Grain Marketing im US-Bundesstaat Illinois.
Der Standort in Lis verfügt über ein Schleifengleis für 115 Waggons sowie eine Lagerkapazität von 3,1 Millionen Scheffeln Getreide. Die Verladung eines kompletten Zuges lässt sich dort innerhalb von acht Stunden abwickeln.
Gleichzeitig schuf der Schienenkonzern Rechtssicherheit im Personenverkehr. Eine mit Amtrak geschlossene Betriebsvereinbarung läuft über acht Jahre und regelt den Einsatz von Personenzügen auf den US-Gleisen von Canadian National. Damit wurde ein langwieriges Verfahren vor der US-Aufsichtsbehörde Surface Transportation Board beigelegt.
Vor gut drei Wochen hatte das Management zudem Bedingungen zur Wahrung des Wettbewerbs im Mittleren Westen bei der Behörde eingereicht, die eine geplante Branchenfusion betreffen.
Anpassungen bei den Kurserwartungen
Im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen überprüften Analysehäuser ihre Bewertungen für den Schienenbetreiber. Am 24. September senkte RBC Capital Markets das Kursziel von 205 C$ auf 198 C$, bestätigte die Einstufung jedoch mit „Outperform“. Analyst Walter Spracklin begründete den Schritt mit der makroökonomischen Unsicherheit für die nordamerikanische Bahnbranche.
Bereits am 23. September passte BofA Securities den Zielwert für die Aktie moderat von 146 US$ auf 143 US$ an und behielt die Kaufempfehlung bei. Analyst Ken Hoexter verwies darauf, dass die Erlöstonnenmeilen im laufenden dritten Quartal im Jahresvergleich um 4,6 Prozent zugelegt hatten.
An der Börse notierte das Papier gestern zum Handelsschluss bei 105,00 Euro, was einem Tagesrückgang von 1,2 Prozent entsprach. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie dennoch ein Plus von 24 Prozent.
Für Aufmerksamkeit bei Investoren dürften in den kommenden Wochen auch die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Teamsters Canada Rail Conference sorgen. Die Gespräche für die rund 6.000 kanadischen Beschäftigten haben begonnen, während der laufende Rahmenvertrag zum 31. Dezember 2026 ausläuft.
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