Der Suppenhersteller Campbell’s sieht sich mit ungewöhnlichen Vorwürfen konfrontiert. Ein ehemaliger Mitarbeiter hat eine Klage wegen Diskriminierung eingereicht und dabei ein Tonband vorgelegt, auf dem ein Manager des Unternehmens angeblich abfällige Kommentare über die Qualität der eigenen Produkte macht. Das Unternehmen hat den betroffenen Manager, Martin Bally, vorläufig freigestellt und eine Untersuchung eingeleitet.
Die Klage stammt von Robert Garza, der bis Januar als Analyst für Cybersicherheit bei Campbell’s beschäftigt war. Er hatte im November ein Gespräch mit Bally, dem Vizepräsidenten für Informationstechnologie, über sein Gehalt geführt und dabei offenbar eine Aufnahme angefertigt. Auf dieser soll Bally die Produkte von Campbell’s als „hochverarbeitete Lebensmittel“ für „arme Leute“ bezeichnet haben. Zudem machte er laut Klage diskriminierende Bemerkungen über indische Mitarbeiter des Unternehmens.
Unternehmen weist Vorwürfe entschieden zurück
Besonders brisant sind die angeblichen Äußerungen zu den Inhaltsstoffen. Bally soll gesagt haben, er kaufe die Produkte von Campbell’s kaum noch, weil sie ungesund seien. Er erwähnte auch „biotechnisch hergestelltes“ Fleisch und äußerte sich skeptisch über Hühnerfleisch, das aus einem 3D-Drucker stammen könnte.
Campbell’s reagierte mit einer klaren Stellungnahme. Die Kommentare auf der Aufnahme seien „offensichtlich absurd“, betonte das Unternehmen. Das Hühnerfleisch in den Suppen stamme von langjährigen, vom US-Landwirtschaftsministerium zugelassenen Lieferanten. Alle Suppen würden mit Hühnerfleisch hergestellt, bei dessen Produktion niemals Antibiotika eingesetzt worden seien. Das Unternehmen verwies zudem darauf, dass Bally in der IT-Abteilung arbeite und nichts mit der Lebensmittelproduktion zu tun habe, folglich gar nicht beurteilen könne, welche Zutaten genutzt würden.
The Campbell's Company Aktie Chart
Diskriminierungsvorwürfe im Zentrum der Klage
Sollten die Äußerungen tatsächlich von Bally stammen, seien sie inakzeptabel, erklärte Campbell’s darüber hinaus. Eine solche Sprache entspreche nicht den Werten und der Kultur des Unternehmens. Die Untersuchung dürfte klären müssen, ob die Aufnahme authentisch ist und in welchem Kontext die Äußerungen fielen.
Für Anleger stellt sich die Frage, welche Auswirkungen dieser Vorfall haben könnte. Während die Diskriminierungsvorwürfe rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten, dürften die Äußerungen über die Produktqualität das Vertrauen der Verbraucher kaum nachhaltig erschüttern. Die Glaubwürdigkeit eines IT-Managers in Fragen der Lebensmittelproduktion erscheint begrenzt. Da müssten schon handfestere Beweise auftauchen, um den Ruf des Konzerns ernsthaft zu beschädigen. Die Kursreaktion scheint dies zu bestätigen. Die Aktie zuckte kaum und bewegt sich seit Sommer stabil um die 30-Dollar-Marke.
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