Die langfristigen Aussichten für Cameco stützen sich zunehmend auf staatliche Energieprogramme und internationale Branchenallianzen. Trotz dieses politischen Rückenwinds verzeichnete die Aktie über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Minus von 9,0 Prozent und beendete den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 75,68 Euro. Der Börsenwert des kanadischen Unternehmens beläuft sich damit auf umgerechnet 32,96 Milliarden Euro.
Zuversichtlich für die fundamentale Entwicklung zeigen sich hingegen Branchenbeobachter. Das Analysehaus TD Cowen bekräftigte am 23. September seine Kaufempfehlung und bezifferte das Kursziel für den Titel auf 190,00 C$.
Regionale Ausbaupläne in Saskatchewan
Am Mittwoch begrüßte Cameco offizielle Regierungspläne aus der Heimatprovinz Saskatchewan. Die dortige Verwaltung beabsichtigt, bis zum Jahr 2050 eine nukleare Leistung von mindestens 2.600 Megawatt aufzubauen. Das Konzept sieht unter anderem die Prüfung zweier Großreaktoren vor. Cameco erklärte, sich aktiv um Aufträge der Provinz im Zuge dieses Ausbaus bewerben zu wollen.
Für den Konzern eröffnen sich damit zusätzliche Geschäftschancen direkt im heimischen Umfeld. Der Aufbau neuer Kraftwerkskapazitäten zieht typischerweise einen jahrzehntelangen Bedarf an Brennstoffen und zugehörigen Dienstleistungen nach sich.
Reaktorinitiativen und Brennstoffversorgung
Ein zentraler Pfeiler für das Geschäft bleibt die US-Korea-Absichtserklärung zu Westinghouse-Reaktoren. Der unverbindliche Rahmen sieht koreanische Investitionen von 120 Milliarden US-Dollar vor, um den Bau von bis zu acht Reaktoren in den USA zu unterstützen. Vorgesehen sind Einheiten vom Typ Westinghouse AP1000 sowie koreanische APR1400-Reaktoren, die auf Westinghouse-Technologie basieren.
Cameco betonte, dass vor einer Umsetzung noch definitive Verträge, Standortauswahlen, Genehmigungen und Finanzierungen erforderlich sind. Das Unternehmen erwartet nicht, dass ein potenzieller Einstieg koreanischer Investoren die eigene Beteiligung an Westinghouse verringert.
Parallel dazu treibt der Konzern seine Absicherung in der Urananreicherung voran. Im Rahmen einer exklusiven Abnahmevereinbarung vor über einem Monat sicherte sich Cameco den Zugriff auf die gesamte künftige Produktion der geplanten Paducah Laser Enrichment Facility. Die Betreibergesellschaft Global Laser Enrichment gehört zu 49 Prozent Cameco und zu 51 Prozent Silex Systems.
Zu den Perspektiven der kanadischen Kernenergie äußerte sich CEO Tim Gitzel in einem Rundfunkinterview. Dabei ging er auf die Rolle der heimischen Nuklearindustrie und die internationalen Handelsmärkte ein.
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