Cal Maine Foods Aktie: Eierpreissturz bringt Quartalsverlust

Symbolbild, KI-generiert

Der US-Produzent meldete 58,6 Millionen US-Dollar Verlust; zugleich plant er, die Fertiggerichtekapazität bis zum ersten Halbjahr 2028 auszubauen.

Auf einen Blick:
  • Umsatz im Quartal um 41,5 Prozent gesunken
  • Konventionelle Eier mit 71 Millionen US-Dollar Betriebsverlust
  • Stephens und BMO senken Kursziele
  • Fertiggerichtekapazität soll um über 60 Prozent steigen

Ein massiver Preisverfall bei Schaleneiern hat den US-Eierproduzenten Cal-Maine Foods im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 unerwartet hart getroffen. Nach hohen Gewinnen im Vorjahreszeitraum verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 58,6 Millionen US-Dollar.

Ursächlich hierfür ist ein anhaltendes Überangebot am Markt, nachdem die Bestände an Legehennen nach früheren Ausfällen wieder aufgestockt wurden. An der Börse bleibt der Druck hoch: Die im NASDAQ geführte Aktie notierte zum Handelsschluss am Freitag bei 59,24 Euro und liegt seit Jahresanfang mit 15 Prozent im Minus.

Preissturz bei konventionellen Eiern belastet Bilanz

Der Umsatz brach im per Ende August abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,5 Prozent auf 539,6 Millionen US-Dollar ein. Während der Vorjahresabschnitt noch einen Nettogewinn von 199,3 Millionen US-Dollar eingebracht hatte, fiel nun je Aktie ein Verlust von 1,26 US-Dollar an. Damit verfehlte der Konzern die Markterwartungen deutlich.

Verantwortlich für den Einbruch ist vor allem die Sparte für konventionelle Eier. Zwar blieb das abgesetzte Volumen weitgehend stabil, doch fiel der durchschnittliche Verkaufspreis je Dutzend im Vorjahresvergleich um mehr als 59 Prozent.

Infolgedessen wies das Segment einen Betriebsverlust von 71,0 Millionen US-Dollar aus, nachdem dort ein Jahr zuvor noch ein Segmentgewinn von 168,2 Millionen US-Dollar erzielt worden war. Zugleich stiegen die Futterkosten um 4,3 Prozent, während gestiegene Vertriebs- und Gemeinkosten die operative Marge weiter belasteten.

Wegen der variablen Dividendenpolitik setzt Cal-Maine Foods die Ausschüttung für das abgelaufene Quartal aus. Bevor künftig wieder Bardividenden an die Aktionäre fließen können, muss das Unternehmen zunächst einen kumulierten Verlust von 94,5 Millionen US-Dollar aufholen.

Finanziell steht der Konzern dennoch auf einem soliden Fundament: Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und kurzfristige Anlagen von 767,6 Millionen US-Dollar und blieb nahezu schuldenfrei. Zudem kaufte Cal-Maine im Berichtszeitraum eigene Anteile für 5,0 Millionen US-Dollar zurück.

Analysten skeptisch zur Dauer des Überangebots

Die Reaktionen an der Wall Street fielen zurückhaltend aus. Das Analysehaus Stephens senkte das Kursziel für die Aktie von 80 auf 70 US-Dollar und stufte den Titel weiterhin mit „Equal Weight“ ein.

Analyst Pooran Sharma verwies neben den schwachen Margen und gestiegenen Vertriebskosten darauf, dass die Eierpreise auch während der üblicherweise anziehenden Feiertagssaison gedämpft bleiben dürften. Auch das Bankhaus BMO reduzierte sein Kursziel von 83 auf 75 US-Dollar bei einer Einstufung als „Market Perform“.

Zwar verwies das Unternehmensmanagement auf rückläufige Schlupfziffern im August sowie eine geringfügig gesunkene nationale Legehennenherde als erste Signale für eine künftige Marktbereinigung. Beobachter betonen jedoch, dass handfeste Belege für eine nachhaltige Angebotsverknappung noch ausstehen.

Ausbau der Fertiggerichte soll Abhängigkeit senken

Als strategisches Gegengewicht zu den zyklischen Eierpreisen forciert das Management den Ausbau margenstärkerer Produktkategorien. Spezialitätseier und Fertiggerichte machten im abgelaufenen Quartal bereits rund 54 Prozent des Nettoumsatzes aus. Die Fertiggerichtsparte steuerte bei einem Umsatz von 63 Millionen US-Dollar einen operativen Ertrag von 7,8 Millionen US-Dollar bei.

Um diese Erlösbasis zu stärken, plant das Unternehmen eine spürbare Kapazitätserweiterung. Bis zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2028 soll die Produktionskapazität für Fertiggerichte um mehr als 60 Prozent gesteigert werden, unter anderem durch neue Fertigungslinien für Pfannkuchen und Rührei.

Erste spürbare Umsatzbeiträge aus diesen Erweiterungen stellt Cal-Maine Foods allerdings erst ab der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2027 in Aussicht. Für Anleger bleibt die Erholung daher eng an den weiteren Verlauf der Rohstoff- und Eierpreise gekoppelt. Der Titel liegt derzeit 29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.

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