Cadence Design-Aktie: BNP sieht unterschätzten Profiteur!

BNP Paribas identifiziert Cadence als Hauptnutznießer einer neuen Ausgabenwelle für Chip-Design-Tools, die durch Googles Inhouse-Kompetenzaufbau angestoßen wird.

Auf einen Blick:
  • BNP Paribas sieht Cadence als indirekten Profiteur des Broadcom-Google-TPU-Deals
  • Hyperscaler suchen aktiv nach Ingenieuren mit Cadence-Kenntnissen
  • COT-Modell könnte neue Ausgabenwelle bei EDA-Back-End-Tools auslösen
  • Auch Synopsys könnte laut BNP mittelfristig profitieren

Broadcom bleibt bis 2031 der wichtigste Partner von Google bei der Entwicklung von Tensor Processing Units (TPUs). Das ist die Schlagzeile. Doch BNP Paribas schaut eine Ebene tiefer, und was die Analysten dort sehen, ist interessant für alle, die Cadence Design Systems auf dem Zettel haben.

Andrew DeGasperi, Senior Analyst bei BNP Paribas Equity Research, schreibt in einer Investorennotiz, dass Google und andere Hyperscaler womöglich gerade die Grundlage für eine hybride Zukunft legen. Konkret geht es um sogenannte Customer Owned Tooling, kurz COT: Hyperscaler, die ihre eigenen Chip-Designwerkzeuge kaufen, statt sie zu lizenzieren. Und genau da kommt Cadence ins Spiel.

Die Stellenanzeigen sagen mehr als jede Pressemitteilung

BNP hat sich die Job-Postings von Google Cloud angeschaut. Gesucht werden Ingenieure mit Erfahrung in Cadence Innovus, Cadence 3DIC Integrity und Synopsys‘ 3DIC Compiler. Dazu kommt eine Stelle für Hardware-Emulation mit Cadence Palladium. Anthropic, das gerade einen Vertrag über mehrere Gigawatt TPU-Kapazität ab 2027 unterzeichnet hat, sucht laut BNP ähnliche Profile.

Das ist kein Zufall. Das ist Aufbau von Inhouse-Kompetenz.

Cadence Design Systems Aktie Chart

Was Cadence selbst schon andeutete

Cadence Design hatte bereits auf seinem letzten Earnings Call erwähnt, dass ein namhafter Hyperscaler erstmals ein vollständig kundeneigenes Tool für den AI-Chip-Tapeout gekauft hat. Welcher Hyperscaler das war, hat Cadence nicht gesagt. Seitdem, so DeGasperi, habe er viele Anfragen von Investoren zu genau dieser Frage erhalten. Und zum Wachstumspotenzial im Kerngeschäft EDA, das trotz stark steigender Halbleiter-R&D-Ausgaben zuletzt enttäuscht hatte.

BNP glaubt nun, dass COT eine neue Ausgabenwelle bei EDA-Back-End-Tools auslösen könnte. Diese haben laut den Analysten höhere Preispunkte als Front-End-Tools. Für Cadence wäre das ein echter Wachstumshebel, kein marginaler.

Synopsys wartet in der zweiten Reihe

DeGasperi schreibt, dass er im unmittelbaren Zeitraum einen Katalysator für Cadence sieht, und erst danach für Synopsys. Die Reihenfolge ist demnach klar. Wer auf den Trend setzen will, schaut zuerst auf Cadence.

Ob die Aktie das einpreist? Noch nicht vollständig, findet BNP Paribas. Aber Stellenanzeigen lügen selten.

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