C3.ai Aktie: Siebel verkauft, Spekulanten kaufen Calls

Symbolbild, KI-generiert

Bei C3.ai steigen die Call-Käufe deutlich, während Insider Aktien veräußern. Umsatz und Analystenurteil belasten zusätzlich die Perspektive.

Auf einen Blick:
  • 199.500 Call-Optionen am Freitag erworben
  • Optionsvolumen lag 412 Prozent höher
  • Vorstand und Finanzchef verkauften Aktien
  • Analystenkonsens lautet im Schnitt Reduce

Auffällige Handelsaktivitäten am US-Derivatemarkt haben zum Wochenausklang das Interesse auf C3.ai gelenkt. Am Freitag griffen Anleger massiv zu Kaufoptionen auf das Softwareunternehmen. Parallel dazu verdeutlichen jüngste Pflichtmitteilungen, dass Führungskräfte des Konzerns kurz zuvor nennenswerte Aktienpakete zu Geld gemacht haben.

Im deutschen Handel beendete die C3.ai-Aktie den Freitag mit einem Minus von 1,9 Prozent bei 9,22 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus des Titels damit auf 22 Prozent.

Spekulative Wetten am Terminmarkt

Auslöser der jüngsten Aufmerksamkeit war eine deutliche Zunahme spekulativer Transaktionen. Am Freitag wurden an den Terminbörsen 199.500 Call-Optionen auf die Aktie erworben. Dieses Volumen lag um 412 Prozent über dem sonst üblichen Niveau von durchschnittlich knapp 39.000 Kontrakten.

Derartige Ausschläge im Derivatehandel deuten häufig auf kurzfristig orientierte Akteure hin, die auf eine rasche Gegenbewegung setzen. Ob hinter den gezielten Optionskäufen eine breitere Trendwende steht, bleibt angesichts des übergeordneten Abwärtstrends jedoch fraglich.

Management trennt sich von Anteilen

Für Zurückhaltung sorgt vor allem das Verhalten der Unternehmensführung. Laut offiziellen Meldungen veräußerte Vorstandschef Thomas Siebel am Mittwoch über einen vorab festgelegten Rule-10b5-1-Plan 162.247 Papiere.

Der Verkauf erfolgte zu einem Durchschnittspreis von 10,54 US-Dollar, was einem Erlös von rund 1,71 Millionen US-Dollar entspricht. Siebels Bestand verringerte sich durch diese Transaktion um gut 18,3 Prozent auf 722.362 Aktien.

Am selben Tag stieß auch Finanzchef Hitesh Lath Anteile ab. Lath verkaufte 21.077 Aktien zu durchschnittlich 10,48 US-Dollar im Gesamtwert von knapp 221.000 US-Dollar, um Steuerverpflichtungen nach der Zuteilung von Mitarbeiteraktien zu begleichen. In den zurückliegenden drei Monaten summierten sich die Verkäufe von Insidern damit auf rund 1,22 Millionen Aktien im Gegenwert von etwa 12,63 Millionen US-Dollar.

Operative Bremsspuren belasten Konsens

Die Verkäufe treffen auf ein eingetrübtes operatives Bild, das das Unternehmen Anfang des Monats vorlegte. Im ersten Quartal erzielte C3.ai zwar einen Umsatz von 52,38 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen minimal. Im Jahresvergleich entsprach dies jedoch einem empfindlichen Erlösrückgang von 25,4 Prozent.

Beim bereinigten Ergebnis je Aktie fiel der Verlust mit minus 0,20 US-Dollar geringer aus als die prognostizierten minus 0,26 US-Dollar. Dennoch bleibt die Skepsis an den Märkten hoch: Der breite Konsens der Analysten stuft den Softwaretitel im Schnitt mit „Reduce“ ein und beziffert das durchschnittliche Kursziel auf 8,70 US-Dollar.

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