BYD Aktie: Xuanji A3 mit 2.100 TOPS

BYD zeigt Oberklasse-Limousine, entwickelt eigenen 4-nm-Chip und liefert E-Trucks nach Mexiko. Citi sieht Kurspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Teaser für neue Luxus-Limousine veröffentlicht
  • Eigener 4-Nanometer-Chip für autonomes Fahren
  • F1-Treffen in Monaco sorgt für Spekulationen
  • Rekord-Exporte trotz schwächelndem Aktienkurs

BYD hat am Montag die ersten Teaserbilder seiner neuen Oberklasse-Limousine veröffentlicht — intern als „Dahan“ (Großer Han) gehandelt. Das Modell soll das Premium-Segment der Dynasty-Reihe verankern und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der chinesische Elektroautobauer auf mehreren Feldern gleichzeitig Signale setzt.

Flaggschiff und Eigenentwicklung beim Chip

Die Teaserfotos wurden von Lu Tian, Vertriebsleiter der Dynasty-Sparte, in Tarnoptik veröffentlicht. Konkrete technische Daten nennt BYD noch nicht. Das Modell soll die Lücke oberhalb des kürzlich eingeführten „Great Tang“ SUV schließen und BYD im hart umkämpften Premiumsegment positionieren — einem Bereich, der höhere Margen verspricht als das preisintensive Massengeschäft im chinesischen Heimatmarkt.

Parallel dazu rückt ein weiteres Projekt in den Vordergrund: der hauseigene 4-Nanometer-Chip „Xuanji A3″, der für autonomes Fahren entwickelt wurde. Im Drei-Chip-Verbund soll er bis zu 2.100 TOPS Rechenleistung liefern und Level-3- sowie Level-4-Autonomie ermöglichen. Für BYD wäre das ein bedeutender Schritt weg von Fremdlieferanten hin zu vertikaler Integration — gerade im Bereich autonomes Fahren ein strategischer Vorteil.

Formel 1, Mexiko und starke Exportzahlen

Am Wochenende traf BYD-Vizepräsident Li Ke beim Monaco Grand Prix mit F1-CEO Stefano Domenicali und FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem zusammen. Offiziell bestätigt ist nichts, Marktbeobachter spekulieren jedoch über eine Partnerschaft oder eine Beteiligung an einem bestehenden Team — etwa Alpine. BYD selbst betonte das Interesse an der technologischen und kulturellen Schnittmenge zwischen Motorsport und Elektromobilität.

Währenddessen erreichte die erste Lieferung von 100 elektrischen T75-Trucks den mexikanischen Hafen Lázaro Cárdenas. Der Schritt steht für BYDs Ambitionen im nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarkt — und passt zu den Rekordexportzahlen vom Mai.

Im vergangenen Monat brach BYD eine acht Monate andauernde Absatzschwäche: 383.453 ausgelieferte Fahrzeuge bedeuteten ein minimales Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der eigentliche Treiber war das Auslandsgeschäft mit 160.644 Einheiten — ein Anstieg von über 80 Prozent im Jahresvergleich.

Kurs unter Druck, Citi optimistisch

Citi hat als Reaktion auf die verbesserte Exportmischung und die neuen Premiummodelle eine 30-tägige „Positive Catalyst Watch“ für die BYD-Aktie eröffnet. Die Bank erwartet, dass die höhermargigen Auslandslieferungen das Ergebnis im zweiten Quartal über den aktuellen Konsens heben könnten.

Der Kurs selbst erzählt eine andere Geschichte. Mit 9,84 Euro notiert die Aktie nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 9,51 Euro und liegt rund 78 Prozent unter dem Jahreshoch von 44,99 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier gut zehn Prozent verloren, der RSI von 38 signalisiert technischen Verkaufsdruck. Ob die fundamentalen Fortschritte — neues Flaggschiff, Eigenentwicklung beim Chip, Exportrekord — den Kurs stabilisieren, wird sich spätestens mit den Q2-Zahlen zeigen, die Citi als möglichen Wendepunkt identifiziert.

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