BYD-Aktie: Das wird sie teuer zu stehen kommen!

Die Aktie von Autobauer BYD knickte nach kurzer Erholung zuletzt wieder ein. Eine Nachricht aus China kam an den Märkten gar nicht gut an.

Auf einen Blick:
  • Die BYD-Aktie büßte nach kurzer Erholung zuletzt wieder deutlich ein
  • Der Autobauer will in China durch Kampfpreise die Absatzschwäche kurieren
  • Und auch vermeintlich guten Zahlen aus Europa sind mit Vorsicht zu genießen
  • Der chinesische Hersteller setzt weit mehr als andere auf Eigenzulassungen

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach offenbar ermutigenden Zulassungszahlen aus Europa war die Aktie von BYD seit Dienstag zunächst gestiegen. Von 10,51 Euro noch vor dem Wochenende ging es mit den Papieren des chinesischen Autobauers am Handelsplatz Frankfurt bis auf 10,86 Euro. Am Donnerstag allerdings dann die Ernüchterung: Die BYD-Aktie knickte auf zwischenzeitlich 10,27 Euro ein, bevor sie sich wieder etwas fing. Hintergrund war eine Meldung aus China – die den Hersteller teuer zu stehen kommen wird.

BYD mit absurden Kampfpreisen in China

„BYD startet Finanzkrieg 2026“, titelte das Branchenmagazin IT Times am Donnerstag. Denn der Autobauer steige mit 7-jährigem Niedrigzins-Finanzierungsplan in den chinesischen Automobilmarkt ein, wie das Unternehmen offiziell bekanntgegeben habe. „Da die chinesischen Regulierungsbehörden direkte Preiskämpfe unterbinden, setzen die heimischen Automobilhersteller zunehmend auf wettbewerbsfähige Finanzierungsmodelle, um Kunden zu gewinnen“, heißt es.

Der Vertriebsleiter der BYD Ocean-Modellreihe gab demnach am Mittwoch bekannt, dass ab sofort bis zum 31. März mehrere BYD-Modelle für zinsgünstige oder gar zinsfreie Finanzierungspläne in Frage kommen. Das Programm ermögliche eine Anzahlung von null Prozent mit täglichen Raten ab 29 Yuan. Das sind umgerechnet rund 4,20 US-Dollar.

  • Dass mit solchen Summen kein großes Geschäft zu machen ist, dafür braucht man nicht Mathematik studiert haben
  • Es ist die blanke Not, die BYD zu solch drastischen Mitteln greifen lässt – und an den Finanzmärkten für Entsetzen sorgt

Steigende Absatzzahlen von BYD in Europa?

Anfang 2026 stehe der chinesische Automobilmarkt aufgrund der sinkenden Nachfrage unter Druck, so die IT Times. „Diese resultiert aus der Kombination der traditionellen Absatzflaute und dem Auslaufen früherer Konjunkturprogramme der Regierung.“ Umso wichtiger wird für BYD der europäische Markt. Und dort sieht es besser aus, wie man seit Dienstag vermuten könnte. Allerdings nur auf den ersten Blick.

Laut Daten des europäischen Automobilherstellerverbands (ACEA), die am Dienstag veröffentlicht wurden, hatte BYD im gesamten europäischen Markt – bestehend aus EU, EFTA und Großbritannien – im Januar 18.242 Neuzulassungen verzeichnet. Dies entspricht einem Anstieg von 165 Prozent gegenüber 6.884 Einheiten im Vorjahresmonat. Dank dieser Performance stieg BYDs Marktanteil in der Region von 0,7 Prozent im Januar 2025 auf jetzt 1,9 Prozent. Alles gut also?

Eigenzulassungen mit all ihren Konsequenzen

Nun ja, diese Zahlen müssen mit äußerster Vorsicht genossen werden, da der Hersteller zuletzt mit fragwürdigen Methoden seine Zulassungen schönte. Ein nicht unwesentlicher Teil ging auf Eigenzulassungen durch den Hersteller- oder auch seine Händler zurück, im September in Deutschland machten diese mehr als zwei Drittel (!) aus. Das liegt wiet über dem Bundesduchschnitt der Hersteller von knapp 25 Prozent.

Die Konsequenzen sind klar: Fahrzeuge mit Eigenzulassung kommen als so genannte Tageszulassungen oft als „junge Gebrauchte“ mit hohen Rabatten auf den Markt. Dies erhöht den Wettbewerbsdruck und zwingt zu niedrigeren Preisen, was die Margen der Hersteller und Händler schmälern. Und bei BYD in besonderem Maße.

BYD-Aktie 40 Prozent unter Höchststand

Wenn viele fast neue Fahrzeuge „aus erster Hand“ (aber mit kurzem Voreintrag) in den Markt kommen, kann dies das Preisgefüge für tatsächliche Gebrauchtwagen negativ beeinflussen – und für Neuwagen obendrein. In der Automobilbranche wird das Vorgehen daher kritisch gesehen. In diesem Sinne legt sich BYD derzeit gleich zwei faule Eier ins Nest:

  • Finanzierungen, die sich für Chinas größten Autobauer kaum rechnen können, auf dem Heimatmarkt
  • Und auf dem europäischen eine ebenfalls margenschädliche Praxis, die einen Erfolg vortäuschen soll, der keiner ist

Wie lange sich das Unternehmen diese Praxis noch wird leisten können, bleibt abzuwarten. Die Aktionäre jedenfalls haben bereits jetzt entschieden: Seit ihrem Höchststand im Mai 2025 bei einem Kurs von 17,69 Euro hat die BYD-Aktie mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt.

BYD Aktie Chart

BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 27. Februar liefert die Antwort:

Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

BYD: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)