Die staatliche chinesische Marktregulierungsbehörde hat am Freitag einen sofortigen Rückruf für 183.211 Fahrzeuge der Modellreihen Qin und Tang angeordnet. Betroffen sind Exemplare, die zwischen 2014 und 2022 vom Band liefen. An den Bremspedalen können Anschlagpuffer reißen oder sich lösen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters wird BYD das fehlerhafte Bauteil über autorisierte Vertragshändler kostenlos austauschen.
Für den Konzern bedeutet die Maßnahme vor allem einen operativen Serviceaufwand im chinesischen Heimatmarkt. Da es sich um ältere Modelljahrgänge handelt, zielt der Schritt primär auf die technische Absicherung der Bestandsflotte ab. Wesentliche Belastungen für das operative Geschäft zeichnen sich durch die Reparaturaktion vorerst nicht ab.
An der Börse zeigte sich das Papier weitgehend unbeeindruckt von den behördlichen Vorgaben. Die Aktie von BYD ging am Freitag mit einem Schlusskurs von 9,00 Euro ins Wochenende, was einem Tagesverlust von 0,8 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Minus von 16 Prozent.
Werkssuche in Europa schreitet voran
Am vergangenen Freitag konkretisierte das Unternehmen zudem seine Produktionspläne für den europäischen Markt. Wie der europäische Berater Alfredo Altavilla darlegte, strebt BYD den vollständigen Erwerb eines bestehenden Werks anstelle einer geteilten Fertigung an.
Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Spanien und Frankreich, während Italien als Ausweichoption dient. Die Standortentscheidung für das zweite europäische Fahrzeugwerk soll bis zum 31. Dezember 2026 fallen.
Die Werkssuche steht in engem Zusammenhang mit erwarteten Vorgaben der Europäischen Union zur lokalen Wertschöpfung. Während die Produktion am ersten europäischen Standort in Ungarn anläuft, peilt das Management langfristig insgesamt vier Fertigungsstätten auf dem Kontinent an. Neben drei Werken zur Fahrzeugmontage soll dazu auch eine eigene Batteriefabrik gehören.
Expansionsziele für den Überseemarkt
Parallel zur europäischen Infrastruktur treibt der Konzern seine weltweiten Absatzzahlen voran. Bei einem Treffen, über das Deutsche Bank berichtete, stellte das Management für das Jahr 2026 Auslandsauslieferungen von bis zu zwei Millionen Fahrzeugen in Aussicht. Für 2027 peilt die Führung mehr als 2,5 Millionen Einheiten an.
Auch im Bereich der Nutzfahrzeuge setzt BYD auf eine stärkere Präsenz außerhalb Chinas. Auf der Messe IAA Transportation in Hannover präsentierte der Hersteller schwere elektrische Nutzfahrzeuge wie die Sattelzugmaschine ETT 44. Der europäische Marktstart für schwere Lkw ist nach Unternehmensangaben für das Jahr 2027 geplant, wobei perspektivisch auch eine lokale Fertigung vorgesehen ist.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 20. September liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
