BYD-Aktie: Wer konnte das wirklich ahnen?

BYD steigert seine europäischen Zulassungen deutlich. Zugleich diskutiert Brüssel mögliche Schritte zu chinesischen Plug-in-Hybriden.

Auf einen Blick:
  • August-Marktanteil steigt auf 3,1 Prozent
  • Neuzulassungen im August legen stark zu
  • BYD übertrifft Tesla bei August-Zulassungen
  • Brüssel diskutiert weitere Importmaßnahmen

BYD gewinnt auf dem europäischen Automarkt rasant an Boden. Im August erreichte der chinesische Hersteller in der EU, den EFTA-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) und Großbritannien einen Marktanteil von 3,1 %, nach lediglich 1,4 % im Vorjahresmonat. Die Zahl der Neuzulassungen sprang um 127,9 % auf 26.007 Fahrzeuge.

BYD-Aktie: Marktanteil in Europa mehr als verdoppelt

Auch über einen längeren Zeitraum zeigt sich der Aufwärtstrend. Von Januar bis August wurden in der EU, EFTA und UK insgesamt 234.099 BYD-Fahrzeuge zugelassen, 144,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Der Marktanteil erhöhte sich dadurch von 1,1 % auf 2,5 %. Allein in der EU stieg der Anteil auf 2,4 %, nach 0,9 % im Vorjahreszeitraum.

Bemerkenswert ist auch der Vergleich mit Tesla: Im August kam Tesla auf 15.430 Zulassungen in Europa und einen Marktanteil von 1,9 %. BYD setzte damit im betreffenden Monat 10.577 Fahrzeuge mehr als Tesla ab. Allerdings ist der Vergleich nur begrenzt aussagekräftig, da Tesla ausschließlich Elektroautos anbietet, BYD dagegen zusätzlich Plug-in-Hybride verkauft.

BYD-Aktie: Brüssel nimmt Plug-in-Hybride ins Visier

Genau diese Plug-in-Hybride werden nun handelspolitisch wichtiger. Während aus China importierte Elektroautos von BYD neben dem regulären EU-Einfuhrzoll von 10 % einem zusätzlichen Ausgleichszoll von 17 % unterliegen, gilt für Plug-in-Hybride bislang nur der reguläre 10-%-Zoll.

Die Importe chinesischer Plug-in-Hybride in die EU sind laut Medienberichten von rund 3.800 Fahrzeugen im Oktober 2024 auf 50.000 Fahrzeuge im Juli 2026 gestiegen. In Brüssel wird deshalb über weitere Maßnahmen diskutiert.

Zur Einordnung: BYDs europäische Expansion gewinnt sichtbar an Geschwindigkeit. Gleichzeitig wächst damit der politische Druck. Für den Konzern werden deshalb seine geplanten europäischen Produktionskapazitäten strategisch wichtiger: Langfristig sieht BYD in Europa Bedarf für drei Montagewerke und eine Batteriefabrik. Lokale Fertigung könnte damit nicht nur Wachstum und operative Synergien ermöglichen, sondern auch handelspolitische Risiken reduzieren.

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