BYD-Aktie: Und wenn sich jetzt alle irren?

BYD-Aktie fällt unter 10-Euro-Marke. Analysten sehen trotz schwacher E-Auto-Absätze in China ein Kurspotenzial von 37 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Kursrücksetzer unter psychologische 10-Euro-Marke
  • Schwache E-Auto-Verkäufe belasten Stimmung
  • Expansion in Europa mit neuen Modellen
  • Analysten sehen 37 Prozent Kurspotenzial

Die Aktie von BYD ist mit einem kleinen Rücksetzer aus dem Donnerstag gegangen. -0,5 % standen am Ende unter dem Strich. Die Chinesen kamen auf einen Schlusskurs von 9,95 Euro. Damit ist die Aktie allerdings formal von 10 Euro, die gestern nach einem Minus von 2,3 % erreicht worden waren zurückgefallen.

Die Diskussion um diese Schwelle dürfte sich an den Börsen noch einige Tage fortsetzen. Charttechniker sehen in diesem Bereich eine erhebliche Unterstützung, die möglicherweise eine neue Trendrichtung auslösen könnte.

Sollte die Aktie – anders als bei den vorherigen Versuchen im November 2025, Dezember 2025 und Anfang März 2026 – diesmal deutlich unter diese Marke fallen, wäre erneut ein Abwärtstrend eingeleitet.

BYD: Hilft das?

Die Stimmung rund um das Papier ist entsprechend nicht besonders positiv. Zuletzt wurde der Markt unter anderem dadurch belastet, dass die E-Auto-Absätze in China laut einer Studie von Jefferies im Jahresvergleich um 6 % zurückgegangen sind. Der Marktanteil von BYD sei um 4,5 % gesunken. Insgesamt seien die E-Auto-Verkäufe in Europa, den USA und China um 0,5 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

Die Zahlen zeichnen damit ein bekanntes Bild: BYD leidet wie andere Hersteller unter der Schwäche des chinesischen Marktes. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine Expansion weiter voran. Im laufenden Jahr sollen insgesamt 1,5 Millionen Fahrzeuge international verkauft werden.

Dazu hat BYD in den vergangenen Tagen neue Modelle vorgestellt sowie verbesserte Batterietechnologien präsentiert, die mit erhöhter Reichweite punkten sollen. Zudem baut das Unternehmen seine Produktionsbasis in Europa weiter aus. Neben der Fabrik in Ungarn wurde auch über Gespräche mit Stellantis berichtet, bei denen es um ungenutzte Produktionskapazitäten ging.

Damit zeigt sich klar, dass BYD die europäische Produktion deutlich ausweiten möchte. Ein Vorteil wäre dabei, dass mögliche EU-Handelsbarrieren oder Zölle teilweise umgangen werden könnten. Allerdings hat der Markt diese Perspektive bislang nicht vollständig eingepreist.

BYD Aktie Chart

Die Aktie befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase. Ein stabiler Aufwärtstrend wäre erst dann wieder gegeben, wenn die Notierung deutlich über 11 Euro steigen würde. Analysten bleiben dennoch überwiegend positiv und sehen das Kursziel im Durchschnitt rund 37,1 % über dem aktuellen Niveau.

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