BYD baut sein Angebot für internationale Busmärkte aus: Heute präsentierte das Unternehmen mit MOGOX einen autonomen Elektrobus in Singapur und einen Elektro-Überlandbus in Birmingham. Für Anleger zeigen die Vorstellungen unterschiedliche Wege der Expansion: autonome Technik für Rechtslenkermärkte und ein neues Fahrzeug für den britischen Überlandverkehr. Dabei ist zwischen einer Produktpräsentation und einem konkreten Auftrag zu unterscheiden.
Autonomer Prototyp für Singapur
Auf der Singapore Urban Mobility Week stellten BYD und MOGOX den weltweit erstmals gezeigten Prototyp B90 vor. Der rechtsgelenkte Elektrobus ist 8,5 Meter lang und für autonomes Fahren der Stufe 4 ausgelegt.
Die Arbeitsteilung ist klar: BYD übernimmt die Fahrzeugplattform und die Fertigung. MOGOX liefert das Fahrsystem MOGO AutoPilot. Kameras und Solid-State-LiDAR gehören zur technischen Ausstattung. Das System ist auf Linksverkehr und internationale Rechtslenkermärkte wie Singapur zugeschnitten.
MOGOX erhielt den Auftrag für Singapurs erstes offizielles autonomes Busprojekt dieser Stufe und bestand den M1-Test der Land Transport Authority. Dieser Auftrag ist allerdings MOGOX zugeordnet und nicht mit einer bestätigten Bestellung des gemeinsam präsentierten B90 gleichzusetzen.
Der Technologiepartner verfügt bereits über praktische Erfahrung: Seine MOGOBUS-Fahrzeuge sind in China in mehr als 20 Städten im Einsatz. Hinzu kommen Kooperationen mit ComfortDelGro Bus in Singapur sowie Partnern in Luxemburg und Südkorea.
Für BYD liegt die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Verbindung seiner Elektrobusplattform mit der autonomen Fahrtechnik des Partners. Die heutige Vorstellung belegt zunächst diesen Entwicklungsschritt. Sie ist noch kein Nachweis für einen breiten kommerziellen Einsatz des neuen Modells.
Neues Angebot für britische Betreiber
Parallel stellte BYD heute auf der Euro Bus Expo in Birmingham den Elektro-Überlandbus C12 DUO vor. Das Modell bietet Platz für bis zu 57 Fahrgäste und soll eine Reichweite von bis zu 340 Meilen erreichen.
Zur Ausstattung gehören eine LFP-Blade-Batterie und die Möglichkeit zum Gleichstromladen. Mit dem Fahrzeug ergänzt BYD seinen Messeauftritt um ein Angebot für Überlandverbindungen. Daneben zeigte das Unternehmen einen Doppeldecker und weitere Eindeckerbusse.
Nach Angaben von BYD sind in Großbritannien bereits mehr als 3.000 Elektrobusse in Betrieb oder zur Einführung vorgesehen. Auf Nutzfahrzeugbatterien gewährt das Unternehmen standardmäßig 15 Jahre Garantie.
Die beiden Präsentationen erweitern damit das internationale Busangebot auf unterschiedliche Weise. In Singapur steht die gemeinsame Entwicklung autonomer Fahrtechnik im Mittelpunkt. In Birmingham geht es um das Fahrzeugangebot für Betreiber. Für die wirtschaftliche Bewertung bleiben konkrete Bestellungen und der tatsächliche Einsatz entscheidender als die Messepremieren allein.
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