BYD-Aktie: Wahnsinn!

Der Auslandsabsatz stieg im September um rund 154 Prozent, während BYD im zweiten Quartal die Umsatzprognosen verfehlte.

Auf einen Blick:
  • Aktie seit Jahresbeginn 23,85 Prozent schwächer
  • September-Exporte rund 154 Prozent höher
  • Quartalsumsatz blieb unter Analystenschätzungen
  • Nettogewinn stieg um gut 30 Prozent

Immer noch recht stark aufgestellt ist das chinesische Unternehmen BYD, und immer noch skeptisch bleibt der Aktienmarkt. Die Aktie hat gestern ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 23,85 % verloren. Der gestrige Tag trug mit einem Minus von 1,1 % dazu bei und führte den Wert wieder auf nur noch 8,30 Euro nach unten.

Damit befindet sich die Aktie sehr klar im Abwärtstrend. Technisch betrachtet ist das Papier aus China 12,1 % vom GD 100 entfernt, dem mittelfristig wichtigen Trendindikator, und sogar 18,4 % von der 200-Tage-Linie. Die Aktie befindet sich also derzeit in einem massiven Abwärtstrend.

Die Frage ist natürlich, wann die große Wende eintreten könnte. Hier gibt es gleich zwei Vermutungen. Chartanalysten sagen, dass bei rund 8 Euro eine Wende eintreten könnte, weil sich hier zum wiederholten Male ein Boden ausbilden könnte.

BYD ist viel stärker aufgestellt als die Börsen annehmen

Wirtschaftlich orientierte Analysten verfolgen eine ganz andere Argumentationslinie. BYD zeigt sich inzwischen deutlich erholt gegenüber sehr viel schwächeren Zeiten.

Zuletzt war BYD im August mit seinen Quartalszahlen an den Markt getreten und hatte damit die Grundlage für starke Erwartungen bis zum Ende des Jahres geliefert.

Der wichtigste Weg für BYD, Geld zu verdienen, ist inzwischen der Export ins Ausland. Das Unternehmen konnte seinen Auslandsabsatz im September, also nach der Meldung der Quartalszahlen, um circa 154 % im Vergleich zum Vorjahresseptember steigern. Das zeigt, dass im Export das große Geschäft für BYD liegt.

Tatsächlich ist auf dem chinesischen Markt der Preiskampf zu intensiv. Die Rabattpolitik auch der Konkurrenz ist erdrückend, und zudem ist die Nachfrage deutlich schwächer geworden.

Zum Zweiten hatte das Unternehmen mit dem Umsatz im zweiten Quartal etwas enttäuscht. Hier lagen die Konsensschätzungen der Analysten bei 25,81 Milliarden Dollar, während tatsächlich nur 24,23 Milliarden Dollar erreicht wurden. Das heißt, dass der Umsatz die Analystenerwartungen nicht erfüllte.

Allerdings hat das Unternehmen mehr verdient als gedacht und seinen Nettogewinn im Jahresvergleich um gut 30 % steigern können. Damit ist der Wachstumspfad wieder nach oben gerichtet. Das war eine positive Nachricht.

BYD darf also weiter darauf hoffen, dass der Export erfolgreich bleibt und die schwächere inländische Nachfrage etwas ausgleichen kann.

BYD Aktie Chart

Die Märkte schließen sich dieser Einschätzung noch überhaupt nicht an. Analysten allerdings sind hier sehr viel zuversichtlicher und sprechen von deutlich höheren Kurszielen, die für BYD immer noch möglich sind.

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