Die Aktie von BYD ist heute im Sog einer verhaltenen Branchenstimmung unter Druck geraten und verzeichnete ein Minus von 2,3 Prozent auf 8,40 Euro. Auslöser der Zurückhaltung bei chinesischen Elektrofahrzeugherstellern war eine Schätzung von Citigroup.
Demnach lagen die Großhandelsabsätze für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im September moderat unter den Erwartungen der Investoren. Laut einem Marktbericht von Bloomberg gehörte der Titel zu den Verlierern im Sektor.
Zusätzlich belastete das allgemein schwache Börsenumfeld in Hongkong nach der Feiertagspause. Ein weltweiter Anleiheabverkauf trieb die Renditen von US-Staatsanleihen auf Mehrdekadenhochs, während anziehende Ölpreise die Risikobereitschaft dämpften. Wie Reuters berichtete, gab der Leitindex Hang Seng bis zum Mittag um 2,6 Prozent nach.
Exportboom trifft auf verhaltene Inlandsnachfrage
Dabei hatte das Unternehmen gestern neue Absatzzahlen bekannt gegeben. Im September stiegen die Fahrzeugverkäufe im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 463.561 Einheiten. Das Gesamtwachstum wurde vor allem durch das internationale Geschäft getragen.
Medienberichten zufolge kletterten die Übersee-Auslieferungen von Pkw und Pickups nach Berechnungen von Reuters um 153,9 Prozent. Zugleich wies die Nachrichtenagentur jedoch auf die anhaltend schwache Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt hin.
Diese Diskrepanz schürt am Markt anhaltende Skepsis. Zwar erschließt sich der Konzern durch Zuwächse auf den Auslandsmärkten wichtige Marktanteile. Die Kaufzurückhaltung der chinesischen Verbraucher wiegt jedoch schwer, da das Stammgeschäft nach wie vor das Volumen dominiert und der anhaltende Preiswettbewerb die Margen belastet.
Vorsichtigere Analysten und Schritte im Ausland
Die strukturellen Hürden spiegeln sich auch in den jüngsten Einschätzungen der Analysten wider. Am Dienstag stufte JPMorgan die Aktie von Overweight auf Neutral zurück und senkte das Kursziel für das Papier von 124 HK$ auf 88 HK$. Zur Begründung nannten die Experten neben der abkühlenden Nachfrage im chinesischen Automobilsektor auch steigende Inputkosten, politische Unwägbarkeiten sowie zunehmende Handelsbarrieren auf internationalen Märkten.
Trotz des Gegenwinds treibt der Konzern die Weiterentwicklung seines Portfolios voran. Am Dienstag kündigte BYD Auto Japan eine Modellpflege für den ATTO 3 EX an. Das Modell wird auf dem japanischen Markt um eine Allradvariante ergänzt und bietet für die heckgetriebene Ausführung eine Reichweite von 620 Kilometern.
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