Die BYD-Aktie verliert am heutigen Mittwoch 2,3 Prozent und notiert bei 10,06 Euro. Auslöser ist kein unternehmensspezifisches Problem, sondern ein sektorweiter Ausverkauf: Der Wettbewerber XPeng hatte einen größer als erwartet ausgefallenen Nettoverlust für das zweite Quartal sowie eine schwache Prognose für das dritte Quartal gemeldet.
Zusätzlich sorgt Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) mit neuer regulatorischer Aktivität für Verunsicherung in der gesamten Branche.
Der Kursrückgang reißt die Aktie unter den 100-Tage-Durchschnitt von 10,16 Euro, bleibt aber über dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,61 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand 3,7 Prozent nach unten. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,9 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier 6,0 Prozent im Minus.
MIIT verschärft Regularien für Batterien und Fahrzeugtests
Das MIIT kündigte am heutigen Mittwoch gleich zwei Maßnahmen an, die die gesamte chinesische E-Auto-Branche betreffen. Zum einen sollen neue Verwaltungsvorschriften für ausgediente EV-Batterien entstehen, ergänzt um ein digitales Identitätssystem, das Batterien von der Produktion bis zum Recycling nachverfolgt.
Zum anderen verschärft die Behörde die Vormarkt-Prüfungen für neue Fahrzeuge, um zu verhindern, dass überstürzt auf den Markt gebrachte Modelle notwendige Zuverlässigkeitstests umgehen. Für BYD als größten Hersteller des Landes bedeutet das zusätzlichen regulatorischen Aufwand, dürfte aber langfristig auch etablierte Anbieter mit robusten Prozessen begünstigen.
Parallel dazu expandiert BYD international weiter. Die Batteriesparte des Konzerns unterzeichnete mit der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei grüner Stadtentwicklung, die den Ausbau von Elektrofahrzeugen, Schnellladeinfrastruktur und Batteriespeichersystemen umfasst.
Modelloffensive läuft ungebremst weiter
Unabhängig vom Marktrauschen treibt BYD seine Produktpalette voran. Die Luxusmarke Yangwang meldete gestern, dass ihre reine Elektrolimousine U7 einen 30.000-Kilometer-Dauertest in weniger als neun Tagen erfolgreich absolviert hat – bei 350 Schnellladezyklen blieb die Batteriekapazität bei 98,7 Prozent erhalten. Zudem bestätigte BYD gestern den offiziellen Marktstart des SUV Sealion 08 für den 2. September, dem Flaggschiff der Ocean-Reihe.
Weitere Neuvorstellungen reihen sich ein: Auf der Chengdu Auto Show öffnete BYD die Vorbestellungen für die Elektrolimousine Da Han zu Preisen zwischen 249.900 und 299.900 Yuan bei einer maximalen CLTC-Reichweite von 1.008 Kilometern. Die Submarke Fang Cheng Bao startete zudem Vorbestellungen für ihre erste Limousinen-Baureihe, Formula S und Formula S GT, ab 230.000 Yuan.
Halbjahreszahlen und EU-Zölle im Fokus
Der Vorstand trifft sich am Freitag, den 28. August, um die Halbjahresergebnisse zum 30. Juni 2026 zu genehmigen. Die Vorzeichen sind gemischt: Im Juli stiegen die Großhandelsverkäufe um 21,76 Prozent auf 419.211 Fahrzeuge, getrieben von einem Rekord bei den Auslandsverkäufen mit 179.841 Einheiten – ein Plus von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im ersten Halbjahr insgesamt sank das Verkaufsvolumen jedoch um 15,72 Prozent auf 1,81 Millionen Einheiten, belastet durch schwache Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt.
Rückenwind kommt derweil aus Brüssel: Die EU-Kommission senkte den spezifischen Ausgleichszoll für BYD auf 17,0 Prozent, nachdem zuvor 17,4 Prozent vorgeschlagen waren. Das erleichtert den Marktzugang in Europa geringfügig und stützt die Exportstrategie des Konzerns, die zuletzt maßgeblich zum Wachstum beitrug.
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