BYD Aktie: Testproduktion im ungarischen Szeged läuft

Chinas E-Auto-Pionier BYD meldet im Mai erstmals seit acht Monaten wieder ein Absatzplus. Der Aufschwung wird durch Rekordexporte getragen, während die Inlandsnachfrage einbricht.

Auf einen Blick:
  • Erstes Jahresplus seit acht Monaten
  • Rekordexporte treiben Wachstum an
  • Inlandsabsatz bricht um 24 Prozent ein
  • Jahresziel erfordert massive Steigerung

BYD hat im Mai 2026 erstmals seit acht Monaten wieder mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Der chinesische Elektroautobauer lieferte 383.453 New Energy Vehicles aus — ein Plus von 0,26 Prozent gegenüber Mai 2025. Gegenüber dem schwachen April legte das Volumen um 19,4 Prozent zu.

Die Zahlen markieren eine Zäsur. Seit Ende 2025 war BYD im Jahresvergleich zurückgefallen, Monat für Monat. Jetzt stoppt die Serie.

Ausland boomt, China bricht ein

Der Aufschwung kommt ausschließlich von außen. Die Inlandsnachfrage in China brach im Mai um 24 Prozent auf 222.809 Einheiten ein. Gleichzeitig explodierten die Exporte: 160.644 Fahrzeuge gingen ins Ausland — ein Rekord und ein Plus von 80,4 Prozent. Erstmals steuern internationale Märkte 42 Prozent zum Gesamtabsatz bei.

Innerhalb des Portfolios zeigen sich unterschiedliche Dynamiken. Reine Batterieautos (BEV) legten im Monatsvergleich um 26,6 Prozent auf 198.674 Einheiten zu, liegen aber noch 2,8 Prozent unter Vorjahr. Plug-in-Hybride (PHEV) wuchsen sowohl im Jahres- als auch im Monatsvergleich: 178.316 Einheiten bedeuten ein Plus von 3,3 Prozent gegenüber Mai 2025.

Jahresziel erfordert drastische Beschleunigung

Nach fünf Monaten steht BYD bei 1,41 Millionen verkauften Fahrzeugen — 20,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Jahresziel von 5,0 bis 5,5 Millionen Einheiten bleibt offiziell bestehen. Um die untere Marke zu erreichen, müssten in den verbleibenden sieben Monaten durchschnittlich 517.000 Fahrzeuge pro Monat ausgeliefert werden. Bisher lag der Schnitt bei 276.000.

Realistischer wirkt das Exportziel: 1,5 Millionen Auslandsverkäufe für 2026. Mit 615.900 Einheiten in den ersten fünf Monaten liegt BYD auf Kurs.

Lokale Produktion als Antwort auf Handelshürden

BYD treibt die Verlagerung der Fertigung voran. Im ungarischen Szeged läuft die Testproduktion des ersten europäischen Pkw-Werks. Die Serienfertigung soll im zweiten Quartal starten, Kapazität: 150.000 Einheiten jährlich. In Indonesien entsteht für eine Milliarde Dollar ein weiteres Werk, Produktionsstart im dritten Quartal geplant.

Parallel bringt der Konzern neue Technologie auf die Straße. Der Sealion 06 DM-i ist das erste Modell mit der fünften Generation der Dual-Mode-Hybridtechnik. BYD verspricht eine kombinierte Reichweite von bis zu 1.845 Kilometern.

Der Neustart im Mai folgt auf ein schwaches erstes Quartal. Der Nettogewinn war um 55,4 Prozent auf 4,08 Milliarden Yuan eingebrochen — Folge eines Preiskriegs im Heimatmarkt und steigender Lieferantenkosten. Die Frage ist, ob die Exportstärke ausreicht, um den Heimatmarkt zu kompensieren.

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