BYD-Aktie: Ein Spiel mit dem Feuer!

BYD plant sechs Händlerstandorte in Kanada, doch der US-Markt bleibt versperrt. Experten sehen das internationale Wachstumsziel gefährdet.

Auf einen Blick:
  • Sechs neue Händler in Kanada geplant
  • Zulassungsverfahren für zwei Modelle gestartet
  • US-Marktzugang weiterhin blockiert
  • Internationales Absatzziel ohne USA fraglich

BYD, inzwischen der weltweit größte Elektrofahrzeughersteller (EV + PHEV), plant die Eröffnung von sechs Händlerstandorten in Kanada noch in diesem Jahr. Ein auf Händlernetzwerke spezialisiertes Beratungsunternehmen sei bereits mit der Standortsuche beauftragt, heißt es in einem aktuellen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Gleichzeitig hat BYD bei der kanadischen Behörde Transport Canada erste Zulassungsverfahren für zwei PKW-Modelle eingeleitet – eines aus Shenzhen, wo unter anderem die Premiummarke Denza und verschiedene Plug-in-Hybride gefertigt werden, sowie eines aus Xi’an.

BYD-Aktie: Kanada als Brücke zum nordamerikanischen Markt

Stella Li, Vizepräsidentin bei BYD, wies beim Gespräch mit Reuters in London zurück, dass der Kanada-Einstieg ein Testlauf für die USA sei. Sie betonte, BYD sei bereits gut auf einen US-Markteintritt vorbereitet.

Tatsächlich hatte BYD 2022 konkrete Planungen für ein US-Vertriebsnetzwerk begonnen und ein Beratungsunternehmen in Detroit engagiert, bevor die Regierungen unter Biden und Trump chinesischen Fahrzeugherstellern den Zugang zum US-Markt im Prinzip blockierten.

BYD-Aktie: Ohne USA bleibt das Wachstumsziel schwer erreichbar

BYD will künftig die Hälfte seines Absatzes in internationalen Märkten erzielen. Im letzten Jahr waren es 23 % der 4,6 Millionen weltweit verkauften Fahrzeuge

Experten bezweifeln, dass dieses Ziel ohne US-Marktzugang erreichbar ist. Kanada hat den Import chinesischer Elektrofahrzeuge zwar unter Auflagen erlaubt, die Kontingente sind jedoch eng begrenzt: 49.000 Fahrzeuge jährlich zu einem Vorzugszoll von 6,1 %, ansteigend auf maximal 70.000 Einheiten über fünf Jahre.

Branchenexperten verweisen darauf, dass sich der kanadische Markt für chinesische Hersteller ohne begleitenden US-Zugang kaum lohnt: ungünstiger Wechselkurs, kleine Marktgröße und wachsender Wettbewerb durch Teslas chinesisch produziertes Model 3, das dort inzwischen für umgerechnet rund 29.000 US-Dollar angeboten wird – etwa halb so teuer wie die in den USA gefertigte Version.

BYD-Aktie: Nordamerika-Expansion bleibt ein Spiel mit dem Feuer

Zur Einordnung: Der weltgrößte Elektroautohersteller verfügt zwar über das Produktportfolio und die Fertigungskapazität für den nordamerikanischen Markt. Der Zugang bleibt jedoch von politischen Entscheidungen vor allem in Washington abhängig. Zuletzt hatte sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China erneut zugespitzt und dürfte laut Experten langfristig anhalten.

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