Für die Aktie von BYD verläuft der Freitagshandel etwas enttäuschend. Um 0,17 Euro beziehungsweise 1,66 % geht es bis dato nach unten. Die Kurszettel weisen derzeit 9,86 Euro aus. Vor dem Hintergrund, dass die BYD-Aktie zuletzt bereits deutlich schwächer notiert hatte, dürfte dieser Rückgang allerdings noch zu verkraften sein.
Zur Erinnerung: Selbst unter Einbeziehung des heutigen Kursverlustes hat die Aktie im Verlauf dieser Woche rund 4,2 % zugelegt. Sie konnte sich von gut 9,40 Euro deutlich nach oben bewegen. Am Donnerstag überschritt sie sogar kurzzeitig die Marke von 10 Euro. Anschließend kam es offensichtlich zu Gewinnmitnahmen. Diese zeigen, dass die Unsicherheit gegenüber BYD am Markt weiterhin relativ groß ist.
Auslandsverkauf mächtig
Was spricht derzeit für das Unternehmen? BYD hat in den vergangenen Wochen sehr deutlich gemacht, dass die Expansion, insbesondere in Europa, erfolgreich verläuft. Die entsprechenden Zahlen wurden bereits mehrfach veröffentlicht. Im Juni stiegen die Auslandsverkäufe von BYD um rund 95 %. Das Unternehmen setzte mehr als 175.000 Fahrzeuge außerhalb Chinas ab.
Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund zu bewerten, dass BYD für das Gesamtjahr den Verkauf von 1,5 Millionen Fahrzeugen im Ausland anstrebt. Die Juni-Zahlen zeigen, dass dieses Ziel durchaus erreichbar erscheint. Der Anteil der Auslandsverkäufe am Gesamtabsatz lag im Juni bei rund 43 %. Das unterstreicht, dass das Auslandsgeschäft für BYD zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Der chinesische Markt bereitet dagegen weiterhin Schwierigkeiten. Dort ist der Absatz teilweise rückläufig. Zudem waren staatliche Fördermaßnahmen zuletzt reduziert worden, was den Wettbewerb zusätzlich verschärft hat. Je stärker BYD seine Verkäufe im Ausland ausbauen kann – sowohl relativ zum chinesischen Geschäft als auch in absoluten Stückzahlen –, desto günstiger dürfte sich dies für das Unternehmen auswirken.
Selbst in China behauptet BYD allerdings weiterhin seine Spitzenposition. Mehr als 22 % der verkauften Elektrofahrzeuge stammen dort aus dem Hause BYD. Der chinesische Markt bricht also keineswegs zusammen. Entscheidend wird vielmehr sein, wie erfolgreich die internationale Expansion weiter verläuft.
Dabei kämpft BYD derzeit an zwei Fronten. Zum einen bleibt die Stimmung gegenüber chinesischen Unternehmen teilweise angespannt. Unter anderem sorgt US-Präsident Donald Trump mit seiner Rhetorik immer wieder dafür, China als wirtschaftlichen Hauptkonkurrenten der USA in den Mittelpunkt zu stellen. Zum anderen versucht die Europäische Union, den Markteintritt chinesischer Hersteller durch zusätzliche Zölle zu begrenzen.
BYD reagiert darauf mit dem Aufbau eigener Produktionskapazitäten in Europa. In Ungarn soll nach Unternehmensangaben ab Ende des Jahres in größerem Umfang produziert werden. Darüber hinaus halten sich seit Längerem Gerüchte, dass ein zweiter Produktionsstandort entstehen könnte. Diskutiert wird unter anderem die Übernahme eines bestehenden Werks von Stellantis.
Die internationale Expansion scheint insgesamt gut voranzukommen. Wie intensiv BYD diesen Weg verfolgt, zeigt auch eine aktuelle Personalentscheidung. Der bisherige ungarische Außenminister hat am 15. Juli sein Parlamentsmandat niedergelegt und soll künftig für BYD die Bereiche Außenbeziehungen und Geschäftsentwicklung verantworten. Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen seine Präsenz innerhalb der Europäischen Union weiter ausbauen möchte.
BYD Aktie Chart
Wie beschrieben, kämpft die Aktie derzeit vor allem darum, die Marke von 10 Euro nachhaltig zu überwinden. Vor diesem Hintergrund besitzt die etwas schwächere Kursentwicklung am Freitag nur eine begrenzte Aussagekraft.
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