BYD hebt seine Erwartungen für das Auslandsgeschäft kräftig an. Statt der bislang angepeilten rund 1,5 Millionen Fahrzeuge sollen im laufenden Jahr nun 1,9 bis 2,0 Millionen Einheiten außerhalb Chinas verkauft werden. Der Export entwickelt sich damit wesentlich stärker als zunächst erwartet und gewinnt für den chinesischen Autobauer weiter an Gewicht.
An der Börse reicht das bislang nicht für eine Erholung. Am Montag gewinnt BYD lediglich 0,5 % auf 8,86 Euro, nachdem die Aktie bereits am Freitag um 0,7 % gestiegen war. In den vergangenen vier Wochen ging es dennoch um 10,3 % abwärts. Die zuvor wichtige Marke von 10 Euro wurde unterschritten und ist nun die erste größere Hürde für eine technische Verbesserung.
BYD Aktie Chart
BYD: Die Probleme in China bleiben
Der schwache Heimatmarkt bleibt ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung. Der chinesische Markt für Elektrofahrzeuge leidet unter intensivem Wettbewerb und hohem Preisdruck. BYD bekommt diese Entwicklung bei seinen Verkaufszahlen und Ergebnissen zu spüren. Im ersten Halbjahr gingen sowohl Umsatz als auch Gewinn zurück.
Umso stärker fällt inzwischen das Auslandsgeschäft ins Gewicht. BYD baut seine Vertriebskapazitäten außerhalb Chinas aus und verkauft dort deutlich mehr Fahrzeuge. Die Anhebung der Jahresprognose um mindestens 400.000 Einheiten gegenüber dem bisherigen Ziel zeigt, wie schnell sich dieser Teil des Geschäfts entwickelt. Am oberen Ende der neuen Prognose wären es sogar 500.000 Fahrzeuge mehr als bislang vorgesehen.
Die steigenden Auslandsverkäufe erweitern zugleich die Umsatzbasis außerhalb des hart umkämpften chinesischen Marktes. BYD hatte seine Exportziele bereits zuvor mehrfach nach oben gesetzt. Mit nun bis zu 2,0 Millionen Fahrzeugen würde das internationale Geschäft eine erheblich größere Rolle im Gesamtabsatz übernehmen.
Die Analysten haben auf die schwache Kursentwicklung bislang nicht mit einem vergleichbaren Rückzug reagiert. Morgan Stanley und UBS hatten sich positiv zu BYD geäußert. Im Durchschnitt liegen die Kursziele weiterhin bei rund 14 Euro.
Von 8,86 Euro bis zu diesem Niveau ergibt sich rechnerisch ein Potenzial von rund 58 %. Für das kurzfristige Chartbild liegt die näher gelegene Marke allerdings bei 10 Euro. Bis dorthin müsste BYD zunächst knapp 13 % zulegen.
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