BYD hat am Donnerstag mit dem Qin MAX ein neues B-Segment-Modell vorgestellt und treibt parallel die Elektro-Offensive mit dem Denza N8 sowie technischen Neuerungen bei Fahrassistenzsystemen voran. Die Modelloffensive fällt in eine Phase, in der der chinesische Gesamtmarkt für Neuwagen zuletzt schwächelte – für BYD steht damit viel auf dem Spiel.
Der Qin MAX kostet zwischen 99.900 und 143.900 Yuan und tritt als Limousine mit 2.820 Millimeter Radstand im umkämpften B-Segment an. Die Qin-Familie hat nach Unternehmensangaben inzwischen kumuliert mehr als 2,9 Millionen Einheiten verkauft.
In der Elektroversion setzt BYD auf die zweite Generation seiner Blade-Batterie mit einer CLTC-Reichweite von bis zu 630 Kilometern; das Schnellladen von 10 auf 70 Prozent soll in fünf Minuten gelingen.
Die Plug-in-Hybrid-Variante DM-i kommt auf eine rein elektrische Reichweite von 320 Kilometern und einen Gesamtaktionsradius von 2.370 Kilometern bei einem NEDC-Verbrauch von 2,59 Litern auf 100 Kilometer. Unterstützt wird das Ladenetz mittlerweile von 7.018 Schnellladestationen in 325 Städten.
Denza N8 und wachsende Assistenzflotte
Mit dem Denza N8 bringt BYD zudem ein Elektro-SUV mit einer Batteriekapazität von 130,15 Kilowattstunden und einer CLTC-Reichweite von bis zu 1.003 Kilometern auf den Markt.
In der Dreimotor-Allradvariante leistet der Wagen bis zu 1.193 PS, im realen Fahrbetrieb dürfte die Reichweite laut Einschätzungen eher zwischen 750 und 850 Kilometer liegen. Auch hier kommt die neue Blade-2.0-Batterie mit Schnellladefunktion von 10 auf 97 Prozent in neun Minuten zum Einsatz.
Auf der Softwareseite meldet BYD, dass die Flotte mit Fahrassistenzsystemen inzwischen mehr als 3,52 Millionen Fahrzeuge umfasst. Das System DiGod’s Eye generiere täglich über 220 Millionen Kilometer an Fahrdaten. Im Juli setzte BYD nach eigenen Angaben 187.670 Fahrzeuge mit intelligenten Assistenzfunktionen ab.
Schwacher Gesamtmarkt als Belastung
Der Modelloffensive steht ein insgesamt angespannter chinesischer Automarkt gegenüber. Nach Daten der China Passenger Car Association sanken die Einzelhandelsverkäufe von Pkw in den ersten neun Augusttagen um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 317.000 Einheiten, der Großhandel gab um 24 Prozent auf 276.000 Fahrzeuge nach.
Global zeigt sich das Bild differenzierter: Die Elektrofahrzeugverkäufe legten im Juli weltweit um 9 Prozent auf 1,85 Millionen Einheiten zu, wobei Europa ein Plus von 33 Prozent verzeichnete, während der nordamerikanische Markt um 27 Prozent einbrach.
Nicht alle BYD-Modelle profitieren gleichermaßen von der Neuausrichtung: Der Song L GT, ein Elektro-Fastback, kam in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres nur auf 981 verkaufte Einheiten – ein Rückgang von 88,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Modell wurde inzwischen mit LiDAR-Sensorik und dem Assistenzsystem DiPilot 5.0 aufgefrischt und in China wieder gesichtet, ohne dass ein klarer Vermarktungsplan erkennbar wäre.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte die Aktie am Freitag mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 9,79 Euro kaum Reaktion auf die Produktnachrichten. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 2,5 Prozent zu Buche, und gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro aus dem August vergangenen Jahres notiert das Papier weiterhin rund 26 Prozent tiefer.
Anleger scheinen die Produktvielfalt bislang nicht als Kurstreiber einzupreisen – die Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf die Entwicklung der Gesamtmarktnachfrage in China als auf einzelne Modellanläufe.
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