BYD zeigt neue Innenraumbilder seiner kommenden Limousine Qin Max. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Qin-Baureihe, einst eine der Verkaufsstützen des Konzerns, ist im laufenden Jahr regelrecht eingebrochen. Der chinesische Elektroautobauer setzt nun auf ein größeres, hochwertigeres Modell, um die Talfahrt zu stoppen.
Die BYD-Aktie notierte am Donnerstag bei 9,85 Euro, ein leichtes Plus von 0,16 Prozent zum Vortag. Größere Kursbewegungen blieben aus. Stattdessen dominierten Produktnews die Nachrichtenlage.
Neuer Innenraum, neue Farbe
Lu Tian, Vertriebschef der BYD-Baureihe Dynasty, veröffentlichte die Bilder auf Weibo. Zu sehen ist ein neuer Innenraumton namens „Dawn Purple“. Der Qin Max kommt mit einem schwebenden Zentraldisplay und einem am Lenksäulenhebel montierten Gangwahlschalter – ein bewusst minimalistisches Design.
Ein offizielles Startdatum hat BYD bisher nicht bestätigt. Gerüchten zufolge könnte der Marktstart am 13. August erfolgen. Ausstellungsfahrzeuge sollen bereits Ende Juli in den Autohäusern eintreffen.
Lu hatte den Qin Max erstmals am 13. Juli angekündigt und ihn als „extra-großes“ Modell der Qin-Familie beschrieben. Er positioniert sich oberhalb des Qin L, jener Mittelklasselimousine, die sich an jüngere Käufer richtet und BYDs Schnellladetechnik unterstützt. Am 20. Juli folgten bereits Außenaufnahmen in blassem Rosa – ein schrittweiser Enthüllungsprozess, der die Erwartungen vor dem Launch anheizen soll. Mit dem Qin Max wächst die Baureihe auf drei Modelle. Der Wagen tauchte zuvor bereits in Zulassungsunterlagen des chinesischen Industrieministeriums auf, sowohl als reines Elektrofahrzeug als auch als Plug-in-Hybrid.
Qin-Baureihe unter Druck
Der Zeitpunkt des Launches ist kein Zufall. Die Qin-Serie zählt zu BYDs verkaufsstärksten Modellreihen: 2025 setzte der Konzern 661.090 Einheiten ab, wie Daten von CnEVPost zeigen.
In diesem Jahr aber bricht der Absatz massiv ein. Im Juni verkaufte BYD nur noch 14.900 Einheiten der Qin-Serie, ein Rückgang von 66,17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr summierten sich die Verkäufe auf 149.174 Fahrzeuge, ein Minus von 45,62 Prozent im Jahresvergleich.
Diese Zahlen erklären, warum BYD gerade jetzt ein größeres, premium positioniertes Modell nachschiebt. Die Qin-Reihe soll sich stabilisieren, bevor der Rückgang zur dauerhaften Schwäche wird.
Auslandsgeschäft fängt Schwäche auf
Der Absatzeinbruch bei Qin steht nicht isoliert da. Die Nachfrage nach Pkw in China hat sich 2026 insgesamt abgeschwächt, ausgelöst durch einen scharfen Preiswettbewerb unter den heimischen Herstellern. BYD reagiert darauf, indem der Konzern verstärkt auf internationale Märkte setzt. Die Auslandsauslieferungen erreichten zuletzt mehrfach Rekordwerte, während die Verkäufe in China rückläufig blieben.
An der Börse zeigt sich diese Gemengelage in einem volatilen Kursverlauf. Die Aktie liegt aktuell 3,20 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 9,54 Euro, aber weiterhin 7,11 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,60 Euro. Das deutet auf eine kurzfristige Erholung hin, die den längerfristigen Abwärtstrend bislang nicht durchbrochen hat.
Ausblick
Die Ausstellungsfahrzeuge des Qin Max sollen noch vor Ende Juli in den Schauräumen stehen, der offizielle Marktstart wird für Mitte August erwartet. Ob das neue Modell die Talfahrt der Baureihe stoppen kann, dürfte sich in den Verkaufszahlen der kommenden Monate zeigen. Für BYD steht dabei mehr auf dem Spiel als nur ein einzelnes Modell: Der Erfolg des Qin Max gilt als früher Test dafür, ob sich das Kerngeschäft in China in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder stabilisiert.
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