Liebe Leserin, lieber Leser,
der Blick auf den Chart der BYD-Aktie verheißt aktuell nichts Gutes. Ende August in Frankfurt noch bei bis zu 10,30 Euro gehandelt, haben die Papiere des chinesischen Batterie- und Fahrzeugherstellers seitdem mächtig abgegeben. Nach einem weiteren Abschlag am Mittwochvormittag notiert die BYD-Aktie aktuell bei nur noch tun 8,95 Euro und damit gut 13 Prozent niedriger. Das mag zu den aktuellen Nachrichten um den Konzern und seinen hochtrabenden Exportabsichten nicht so recht passen. Doch nur auf den ersten Blick.
BYD will Exporte massiv steigern
Denn laut übereinstimmender Medienberichte habe BYD für 2026 Exporte von 1,9 bis 2 Millionen Fahrzeugen in Aussicht gestellt. Es wäre nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Doch damit nicht genug: Der chinesische Elektroautohersteller rechne damit, dass die Auslieferungen ins Ausland 2027 die Zahl von 2,5 Millionen übersteigen werden, wie unter anderem die Deutsche Bank nach einem Treffen der Unternehmensführung mit Analysten berichtet habe.
- Das klingt zunächst nach einem großen Erfolg von BYD im Rahmen der Expansionsstrategie des Unternehmens
- Doch was den Autobauer zu seinen Plänen treibt, ist die pure Not – angesichts eingebrochener Absatzzahlen in China
Umsatz und Gewinn bei BYD brachen ein
Im ersten Halbjahr 2026 sei der Konzernumsatz um 7,1 Prozent auf knapp 345 Milliarden Yuan (44 Milliarden Euro) gesunken, heißt es bei Ecoreporter. Der Nettogewinn sei sogar um mehr als 20 Prozent auf 12,3 Milliarden Yuan (1,6 Milliarden Euro) eingebrochen. „Während die Autoexporte um zwei Drittel auf 792.000 Fahrzeuge stiegen, gingen die Gesamtverkäufe wegen der schwachen Nachfrage in China um fast 16 Prozent auf 1,81 Millionen Fahrzeuge zurück.“
Nach Informationen von marketscreener.com hätten Kapazitätsengpässe in der Verschiffung die Auslandsverkäufe in diesem Jahr sogar begrenzt. Im kommenden Jahr aber soll das BYD-Werk in Ungarn für Europa Abhilfe schaffen, dort solle voraussichtlich im November oder Dezember die Montage beginnen. Damit allerdings hängt BYD dem Plan um gut ein Jahr zurück. Angepeilt war ein Produktionsstart noch Ende 2025.
BYD nur durch extreme Rabatte oben
Es ist nicht das einzige Problem des Unternehmens. Ganz offensichtlich ist BYD, zumindest in Deutschland, nur aufgrund der aggressiven Preispolitik konkurrenzfähig. Bei den Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden hat BYD in Deutschland laut des Nachrichtenmagazins Focus inzwischen Spitzenpositionen erreicht. „Im Mai 2026 landete die Marke bei den PHEV-Zulassungen sogar auf Platz eins, noch vor VW, Audi, BMW und Mercedes. Seit April verkauft BYD hierzulande mehr Plug-in-Hybride als BMW.“
Das allerdings gelingt BYD vor allem durch extrem günstige Listenpreise, die zudem noch hoch rabattiert werden, zum Teil bis 31,8 Prozent. Die staatliche Kaufprämie könne den Trend noch verstärken „und so Plug-in-Hybride zu ‚Wegwerf-Autos‘ werden“, heißt es in dem Bericht. Dass sich diese Strategie in Deutschland besonders im Plug-in-Bereich zeige, sei aus Herstellersicht nachvollziehbar, so das Fachmagazin Auto, Motor & Sport: PHEVs seien in Europa für viele Kundengruppen der bequemste Übergang, weil sie im Alltag elektrische Kurzstrecken abdecken, ohne beim Thema Langstrecke Ladeplanung vorauszusetzen.
Kommen EU-Zölle auch für Plug-in-Hybride?
Mit dem wachsenden Preisdruck entbrennt demnach jedoch auch die politische Debatte. „Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) brachte zuletzt Zölle auf Plug-in-Hybride chinesischer Hersteller ins Gespräch und argumentierte mit fairen Wettbewerbsbedingungen“, so der Bericht.
- Für reine Elektroautos gibt es in der EU bereits seit Ende 2024 Ausgleichszölle
- Für teilelektrische Fahrzeuge gilt das bislang nicht – ohne erkennbaren Grund
Sollte sich Schneider mit seinem Ansinnen in der EU durchsetzen, könnte also bereits das nächste Problem auf BYD warten.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BYD-Analyse vom 09. September liefert die Antwort:
Die neusten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
