Juli 2026 einen der prestigeträchtigsten Werbeplätze im europäischen Fußball gesichert: eine mehrjährige Partnerschaft mit Paris Saint-Germain. Der Deal fällt in eine Phase, in der die Aktie nach einem schwachen Frühjahr deutlich an Boden zurückgewinnt.
Sponsoring-Deal mit einem Champions-League-Sieger
BYD wird bis Juni 2029 offizieller Automobilpartner von Paris Saint-Germain. Der Dreijahresvertrag umfasst globale Werbekampagnen, exklusive Inhalte mit den Männer- und Frauenmannschaften sowie Fan-Aktivierungen. Fahrzeuge der Marken BYD und Denza sollen künftig den täglichen Betrieb des Clubs unterstützen. Stella Li, Executive Vice President bei BYD, und Richard Heaselgrave, Chief Revenue Officer von PSG, kommentierten die Kooperation. PSG hatte zuvor 2025 und 2026 in Folge die UEFA Champions League gewonnen. BYD tritt damit in die Fußstapfen früherer Sponsoring-Engagements bei Inter Mailand und Manchester City und baut seine internationale Markenpräsenz weiter aus. Ergänzend präsentierte Denza im Umfeld des Deals den Sportwagen Denza Z, laut autoevolution mit rund 1.582 PS Leistung.
Kursrally nach schwachem Frühjahr
Die Ankündigung trifft auf ein Marktumfeld, in dem die BYD-Aktie bereits seit Wochen zulegt. Aktuell notiert das Papier bei 10,05 Euro und gewinnt am Tag 2,74 Prozent hinzu. Auf Monatssicht steht ein Plus von 9,54 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 8,28 Prozent aber weiterhin im Minus. Auch die in China gehandelten A- und H-Aktien zogen am 16. Juli deutlich an, mit Tagesgewinnen von 2,59 beziehungsweise 4,6 Prozent und einem Zuwachs von rund 20 bis 25 Prozent seit den Tiefständen Ende Juni. Getrieben wird die Erholung von Erwartungen an das zweite Quartal: Nach chinesischen Bankenschätzungen soll der Gewinn zwischen 80 und 90 Milliarden Yuan liegen, ausländische Häuser rechnen sogar mit 95 bis 102 Milliarden Yuan.
Auslandsgeschäft gleicht schwaches Inland aus
Das operative Bild bleibt gespalten. Im ersten Quartal 2026 brach der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 55,38 Prozent ein, während die Bruttomarge auf 18,81 Prozent stieg, den höchsten Wert des Jahres. Der Inlandsabsatz sank in der ersten Jahreshälfte um 39,6 Prozent auf 1.016.255 Fahrzeuge, ein Ergebnis des anhaltenden Preiskriegs in China. Im Ausland dagegen beschleunigt sich das Wachstum: Die Exporte kletterten im Mai auf 160.644 Fahrzeuge, ein Plus von 80,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Großbritannien sogar um 94,9 Prozent. BYD hat sich zum Ziel gesetzt, 2026 rund 1,5 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas abzusetzen. Parallel dazu läuft die Serienproduktion des selbst entwickelten 4-Nanometer-Chips Xuanji A3 für autonomes Fahren der Stufen drei und vier an. Das Unternehmen treibt zudem den Ausbau seines Schnellladenetzes voran: Bis Ende März 2027 sollen weltweit 6.000 Flash-Charging-Stationen entstehen, davon 3.000 in Europa.
Politischer Gegenwind in Europa
Der Erfolg im Ausland bringt BYD zunehmend in den Fokus europäischer Handelspolitik. Der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter regte laut Reuters an, die EU-Zölle auf chinesische Autos zu erhöhen, um chinesische Hersteller zu Partnerschaften mit europäischen Konzernen wie Volkswagen zu bewegen. Hintergrund ist die Krise bei VW, die laut Reuters die Schließung von vier deutschen Werken erwägt, darunter das Werk Zwickau. Panter verwies darauf, dass chinesische Hersteller wie BYD über Plug-in-Hybride Marktanteile gewinnen, weil diese Fahrzeuge von den bestehenden EU-Zöllen nicht erfasst werden. Um Zollrisiken zu begegnen, treibt BYD parallel den Aufbau lokaler Produktion voran: Im ungarischen Szeged soll die Fertigung von Pkw im vierten Quartal 2026 mit dem Modell Dolphin Surf beginnen. Für die europäische Expansion hat BYD zudem Péter Szijjártó, den ehemaligen ungarischen Außenminister, für die externen Beziehungen und die Geschäftsentwicklung in Europa gewonnen. Chinas Autoexporte insgesamt überschritten im Juni erstmals die Marke von einer Million Fahrzeugen, ein Anstieg von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein Trend, von dem BYD als einer der größten Hersteller des Landes maßgeblich profitiert.
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