BYD hat eine schwierige Woche hinter sich. Die H-Aktie schloss am Freitag bei 8,29 Euro — ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast ein Viertel seines Wertes verloren.
Der Rückgang ist kein Tagesphänomen. In den vergangenen 30 Tagen fiel die Aktie um mehr als 17 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 14,80 Euro, das der Kurs im Juli 2025 markierte, beträgt der Abstand inzwischen fast 44 Prozent. Der RSI liegt bei 20,6 — technisch klar im überverkauften Bereich.
Tarife und Preiskampf belasten
Zwei Faktoren drücken auf die Stimmung. Erstens: Die EU prüft Strafzölle auf chinesische Hybridfahrzeuge. Für BYD wäre das ein ernstes Problem, weil Hybride einen erheblichen Teil der Europa-Verkäufe ausmachen. Zweitens leidet das Heimatgeschäft. In China fiel die Nachfrage zuletzt um fast 25 Prozent. Hinzu kommen der teilweise Wegfall der EV-Kaufsteuerbefreiung seit Januar 2026 und ein brutaler Preiskampf im Segment der Elektrofahrzeuge. Die Margen geraten dadurch unter Druck.
Starke Auslandsverkäufe, schwaches Bild im Inland
Im Mai lieferte BYD international 160.644 Fahrzeuge aus — ein Plus von 80,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das beendete eine achtmonatige Negativserie bei den Jahresvergleichen. Kein schlechtes Ergebnis. Allerdings gleicht das den Einbruch im Heimatmarkt nicht vollständig aus.
UBS bekräftigte Mitte Juni die Kaufempfehlung für die H-Aktie und hob das Kursziel auf 135 Hongkong-Dollar an. Die Bank verwies auf die anziehenden Auslandsverkäufe und eine stabilere Marktposition in China. Den Kursverfall hat das bislang nicht gestoppt.
Neue Produkte, alter Gegenwind
BYD bringt weiter neue Modelle auf den Markt. Die Submarke Denza startete am Freitag Auslieferungen des N8L, eines Schnellade-SUVs mit 430 Kilometern rein elektrischer Reichweite und gut 1.500 Kilometern kombinierter Reichweite. Auf der European Smart Energy Exhibition in München präsentierte BYD Energy zudem ein Heimspeicher-Ökosystem mit Produkten für Privathaushalte und kleine Gewerbebetriebe. Am 2. Juli folgt der offizielle Launch der Limousine Seal 08.
Produkte allein drehen die Stimmung nicht. Solange die Tarifrisiken aus Brüssel ungelöst bleiben und der chinesische Markt schwächelt, dürfte der Druck auf die Aktie anhalten.
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