Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von BYD kommt einfach nicht aus dem Kurskeller. Obwohl am Dienstag an der Nasdaq ein kleiner Aufschlag von 0,4 Prozent auf 9,56 US-Dollar zu verzeichnen war, hat der chinesische Batterie- und Fahrzeugproduzent damit auf Monatssicht noch immer zweistellig abgegeben. Dass die BYD-Aktie derzeit nicht vorankommt, kann an der aktuellen Nachrichtenlage kaum liegen. Hinter den Chinesen liegt ein Monat der Rekorde.
BYD Aktie Chart
BYD mit starkem September-Absatz
Denn laut electrive.net hat BYD mit einem Absatz von weltweit 463.561 Fahrzeugen den bislang stärksten Monat des Jahres hingelegt. Dies bedeute ein Plus von knapp 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zugleich liege das Ergebnis 5,3 Prozent über dem August. „Aus Sicht der Elektromobilität besonders erfreulich: Der Absatz von vollelektrischen Fahrzeugen (BEV) ist weiter deutlich gestiegen“, so der Bericht. Im August hatte der Hersteller demnach erstmals die Marke von einer Viertelmillion Vollzeitstromern geknackt und insgesamt 256.230 BEV abgesetzt, nun sei es um weitere 6,6 Prozent auf 273.143 E-Autos nach oben gegangen
- Im Vergleich zum Vorjahresmonat war das Plus sogar noch wesentlich höher
- Hier gab BYD dem Bericht zufolge einen Zuwachs von 33,2 Prozent an
Exportgeschäft bleibt der Rettungsanker
Das Exportgeschäft ist dabei weiter ein wichtiger Faktor. BYD setzte im September außerhalb Chinas 180.700 Fahrzeuge ab, 153,59 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Im Vergleich zum Rekordmonat August ging der Wert allerdings um 4,63 Prozent zurück“, heißt es bei elektroquatsch.de. Auslandsmärkte standen damit für knapp 39 Prozent des gesamten Monatsabsatzes. Das ist erheblich mehr als der Anteil von rund 18 Prozent im September 2025.
Die Schwäche auf dem Heimatmarkt allerdings hält an: Dort verkaufte BYD 282.861 Fahrzeuge und damit 12,77 Prozent mehr als im August, „aber weiterhin 12,97 Prozent weniger als im Vorjahresmonat“, wie es im Bericht heißt. Internationales Wachstum gleiche die schwächere Nachfrage in China daher zunehmend aus.
BYD stärkste asiatische Marke in Deutschland
Das gilt wohl insbesondere auch für Deutschland. Dort setzte BYD seinen Wachstumskurs nach eigenen Angaben fort und erreichte im September einen neuen Meilenstein: 65 Prozent aller Neuzulassungen entfielen auf Privatkunden. „Mit über 3900 privaten Zulassungen verzeichnete BYD Deutschland einen Rekordwert und damit zählte BYD erstmals zu den zehn zulassungsstärksten Marken im deutschen Privatkundenmarkt“, vermeldet das Unternehmen stolz. Gleichzeitig sei BYD im September die stärkste asiatische Automobilmarke in der Bundesrepublik gewesen.
Insgesamt verzeichnete BYD im September demnach 6052 Neuzulassungen in Deutschland. Das entspreche einem Marktanteil von 2,35 Prozent. Der starke Zuwachs vor allem im Privatkundensegment ist für BYD „ein wichtiger Indikator für die wachsende Akzeptanz und die nachhaltige Entwicklung der Marke auf dem deutschen Markt“. Es könnte aber, nur so eine Vermutung, auch mit der Elektroautoprämie von bis zu 6.000 Euro für Privatkunden zu tun haben.
BYD-Aktie profitiert nicht von hohen Kurszielen
Das alles hat für BYD an der Börse allerdings keine positive Wirkung entwickelt. Dabei waren die Analysten bis zuletzt doch äußerst zuversichtlich: Umgerechnet 15,85 US-Dollar lautet das durchschnittliche Kursziel aus 27 Analysen für die Aktie laut marketscreener.com. Dies entspräche einem Aufwärtspotenzial von 65 Prozent. Entsprechend lauten die Empfehlungen:
- 22 Analysten empfehlen BYD zum Kauf
- fünf raten, die Aktie derzeit zu halten
- kein einziger empfiehlt den Verkauf
JP Morgan kürzte jetzt die Prognose
Etwas vorsichtiger allerdings ist JP Morgan geworden: Die US-Bank hat laut n-tv die BYD-Aktie jetzt von „Overweight“ auf „Neutral“ abgestuft und das Kursziel von 124 auf 88 HK-Dollar (rund 11,20 US-Dollar) gesenkt. Steigende US-Renditen und hohe Ölpreise belasteten den gesamten Hongkonger Markt, heißt es. „Anleger fragen sich deshalb, ob die Kursschwäche eine Kaufgelegenheit oder den Auftakt weiterer Verluste markiert.“
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