Schwierig bleibt die Situation an den Börsen für BYD. Immerhin konnte die Aktie am Donnerstag um 0,77 % auf 8,34 Euro zulegen. Von einer deutlichen Erholung ist das Papier allerdings weiterhin weit entfernt.
Chartanalysten beurteilen die Entwicklung nach wie vor kritisch. Die Aktie müsste um rund 20 % steigen, um überhaupt wieder die Marke von 10 Euro zu erreichen. Erst dann könnte sich die technische Situation etwas stabilisieren.
Belastet wird BYD unter anderem durch die weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und dem Westen. Zwar haben sich die EU und China zuletzt auf eine Regelung für die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge verständigt. Das Misstrauen an den Märkten ist jedoch weiterhin groß.
Die Europäische Kommission konnte eine jährliche Obergrenze von 350.000 Einheiten für den Import chinesischer Hybrid-Elektrofahrzeuge durchsetzen. Die Regelung soll am 1. Dezember 2026 in Kraft treten und vier Jahre gelten.
Für BYD stellt diese Beschränkung eine zusätzliche Herausforderung dar. Hinzu kommt die schwache Entwicklung des chinesischen Heimatmarktes, auf dem die Absatzzahlen zuletzt deutlich zurückgegangen sind.
Exportgeschäft läuft und zieht das gesamte Ergebnis nach oben
Allerdings konnte der Konzern diese Schwäche durch sein erfolgreiches Exportgeschäft teilweise ausgleichen. Im September entwickelten sich die Auslieferungen ins Ausland so dynamisch, dass die weltweiten Fahrzeugauslieferungen insgesamt um rund 17 % gegenüber dem Vorjahr stiegen.
Damit zeichnet sich zumindest im internationalen Geschäft eine positive Entwicklung ab. BYD setzt darauf, seine wirtschaftlichen Perspektiven durch steigende Exporte und eine verstärkte Produktion im Ausland zu verbessern. Allerdings könnte auch die Fertigung innerhalb der Europäischen Union neue Fragen aufwerfen. Die EU-Kommission dürfte ihre Subventionsprüfungen verschärfen. Dabei könnte insbesondere untersucht werden, inwieweit staatlich geförderte Komponenten aus China den Wettbewerb beeinflussen, selbst wenn die Fahrzeuge in Europa montiert werden.
Die handelspolitischen Rahmenbedingungen bleiben für BYD damit schwierig. Dennoch bestehen gute Chancen, dass der Konzern seine Produktion und den internationalen Absatz weiter steigern kann. Diese Erwartungen spiegeln sich auch in den Prognosen der Analysten wider. Goldman Sachs rechnet mit einem deutlichen Anstieg des Nettogewinns. Am 30. Oktober wird BYD mit der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen neue Einblicke in die Geschäftsentwicklung geben.
Apple Aktie Chart
Die Analysten bleiben trotz der aktuellen Kursschwäche optimistisch. Ihre Kursziele reichen bis in die Größenordnung von 14 Euro. Gegenüber der Notierung von 8,31 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 68 %.
Entscheidend dürfte dabei sein, in welchem Umfang das starke Exportgeschäft die Schwäche des chinesischen Marktes und die neuen Handelsbeschränkungen ausgleichen kann.
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