Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von BYD scheint ihre Schwächephase aus der Vorwoche erst einmal beendet zu haben. Ausgehend von 8,64 Euro am Donnerstag der Vorwoche in Frankfurt, zudem der niedrigste Kursstand seit Juni, verbesserten sich die Papiere des chinesischen Autobauers zum Wochenstart bis auf 8,91 Euro, lässt aber am Dienstag bereist wieder nach. Seit ihrem Zwischenhoch bei 10,34 Euro im August verzeichnet die BYD-Aktie noch immer einen herben Abschlag. Die positive Grundstimmung unter den Analysten, sie scheint – wenn überhauppt – nur langsam anzukommen.
BYD Aktie Chart
Unsicherheiten für BYD bei Inlandsnachfrage
Sicherlich: Die Citigroup hatte laut der IT Times in der Vorwoche eine Reihe von Problemen beim chinesischen Konzern ausgemacht. So gehen die Analysten zwar davon aus, dass sich die monatlichen Auslandsverkäufe der BYD Company in der zweiten Jahreshälfte 2026 bei 180.000 bis 200.000 Einheiten stabilisieren. Dennoch belasten Unsicherheiten hinsichtlich der Inlandsnachfrage und Auftragslage während der traditionellen Hochsaison sowie die zunehmende Investitionsneigung in den KI-Sektor die Stimmung, was den Aktienkurs weiter unter Druck setzen könnte, wie es heißt.
„Trends zur Marktkonsolidierung bieten zwar Chancen für langfristige Investitionen, doch der Markt dürfte aufgrund der genannten Unsicherheiten kurzfristig volatil bleiben“, werden die Citi-Analysten zitiert. Dennoch bestätigten diese ihr Kaufempfehlung für die Aktie von BYD mit einem Kursziel von 142 Hongkong-Dollar, umgerechnet 15,70 Euro.
Dennoch hohe Kursziele für BYD-Aktie
- Damit erkennt die Citigroup ein Kurspotenzial bei der BYD-Aktie von nicht weniger als 75 Prozent
- Damit übertrifft ihre Prognose das durchschnittliche Kursziel laut aktien.guide von 13,64 Euro deutlich
- Von 32 Analysten empfehlen demnach 29 BYD zum Kauf, drei raten zum Halten und keiner zum Verkauf
Und in der Tat hat sich BYD für dieses und das kommende Jahr einiges vorgenommen: Laut der Agentur Reuters rechnet das Unternehmen damit, dass die Auslieferungen ins Ausland im Jahr 2027 die Marke von 2,5 Millionen Fahrzeugen überschreiten werden; dies berichteten demnach jüngst zwei große Wertpapierhäuser unter Berufung auf ein Treffen mit der Unternehmensführung. Das Exportziel stütze sich auf weitere Marktanteilsgewinne im Ausland, eine wachsende Flotte eigener Autotransportschiffe sowie eine zunehmende lokale Fertigungspräsenz, wie die Deutsche Bank in einer Analyse mitteilte.
BYD will Auslandsauslieferungen verdoppeln
Laut der Bank stellte das BYD-Management für 2026 Auslieferungen ins Ausland von 1,9 bis 2,0 Millionen Fahrzeugen in Aussicht – „fast das Doppelte des Vorjahresniveaus“. Die Führungsebene wies darauf hin, dass Transportengpässe den Absatz im Ausland in diesem Jahr begrenzt hätten und die Exportvolumina andernfalls höher ausgefallen wären.
Das BYD-Werk in Ungarn soll voraussichtlich im November oder Dezember mit der Montage beginnen – rund ein Jahr nach dem ursprünglichen Zeitplan. Zudem prüft das Management laut Deutscher Bank weitere Produktionsstandorte im Ausland. Eine lokale Produktion würde es BYD ermöglichen, die EU-Zölle von rund 27 Prozent auf batterieelektrische Fahrzeuge sowie den brasilianischen Importzoll von 34 Prozent zu umgehen, heißt es.
K.O.-Phase auf dem Heimatmarkt
- Doch auch im schwächelnden Heimatmarkt sollen wieder bessere Zeiten anbrechen
- In China strebe BYD einen Marktanteil von 25 Prozent an, meldet elektroauto-news
Das sei in Anbetracht von Marktanteilsgewinnen von 8 Prozent zu Jahresbeginn auf 18 Prozent bis Juli „durchaus realistisch“, wie es heißt. Hintergrund des Wachstums sei zugleich ein aggressiver Preiskampf am chinesischen Markt, welcher vom BYD-Chef Wang Chuanfu bereits als „brutale K.O.-Phase“ unter den chinesischen Herstellern bezeichnet wurde und bei BYD zu einem deutlichen Gewinnrückgang geführt habe, so der Bericht. „Sollte BYD jedoch als Sieger aus besagtem Preiskampf hervorgehen können, dürften die kurzfristigen Gewinneinbußen ein verkraftbares Opfer darstellen.“
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