Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von BYD ist mit einem kleinen Aufschlag in die neue Börsenwoche gestartet. Am Handelsplatz Frankfurt kletterten die Papiere des chinesischen Batterie- und Fahrzeugherstellers in der ersten Handelsstunde um gut ein Prozent auf 8,43 Euro. Das allerdings kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die BYD-Aktie sich allein im vergangenen Monat noch immer um knapp acht Prozent verbilligt hat. Selbst eine aktuelle Kampfansage an die Konkurrenz überzeigt die Anleger offenbar nicht wirklich.
BYD Atto 8 mit beeindruckenden Ladezeiten
Denn wie seit dem Pariser Autosalon bekannt ist, werden die Chinesen demnächst den nächsten Trumpf im Bereich der Elektroautos ausspielen: Laut übereinstimmender Berichte stellte BYD den Atto 8 vor, ein SUV das vor allem mit seinen technischen Daten aufhorchen lässt. Bis zu 775 PS, sieben Sitzplätze und mehr als 600 Kilometer Reichweite seien das eine, heißt es etwa auf netzwelt.de. Doch die eigentliche Überraschung stecke im Akku: Der BYD Atto 8 soll „so schnell laden, dass selbst eine kurze Kaffeepause länger dauern könnte als der Ladestopp“.
Der Atto 8 verfügt demnach in allen geplanten Varianten über eine 115 kWh große Blade-Batterie der zweiten Generation. Dank der neuen Flash-Charging-Technologie soll diese sich laut BYD innerhalb von fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent aufladen lassen. „Nach neun Minuten sollen sogar 97 Prozent erreicht sein“, so der Bericht. Selbst bei minus 30 Grad verspreche der Hersteller eine Ladung von 20 auf 97 Prozent in lediglich zwölf Minuten.
Der Haken: Erreicht werden solche Zeiten nur an speziellen Flash-Charging-Stationen, die in Europa erst aufgebaut werden müssten. BYD habe angekündigt, bis Ende 2027 rund 3000 von diesen auch in Europa installieren zu wollen, wie viele davon in Deutschland ist unklar.
- Der Atto 8 soll im ersten Quartal 2027 in Europa auf den Markt kommen
- Ein Preis für Deutschland sei bislang allerdings nicht genannt worden
BYD schwächelt weiter im Heimatmarkt
Trotz technologischer Errungenschaften und seiner internationalen Expansionsstrategie steht der chinesische Konzern aber weiter unter Druck. Im Heimatmarkt verschärft sich der Preiskampf, während Konkurrenten wie Geely mit neuen Technologien und günstigen Modellen um Kunden werben. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um 7,1 Prozent, der Nettogewinn sogar um 20,5 Prozent.
Zwar legten die Exporte bei BYD kräftig zu, doch diese gleichen die Schwäche im Inland bislang nicht vollständig aus. Hinzu kommen laut Beobachtern negative Währungseffekte und zunehmende Handelsbeschränkungen in Europa. BYDs zentrale Herausforderung bleibt daher, Wachstum zu sichern, ohne die Gewinnmargen weiter zu gefährden.
Analysten-Kursziele für die Aktie bleiben hoch
Dennoch sehen Analysten mehrheitlich die Aktie als unterbewertet an. Laut marketscreener.com liegt das durchschnittliche Kursziel für BYD aktuell bei 105,20 CNY, umgerechnet gut 14 Euro. Damit sehen die 27 aufgeführten Häuser bei den Papieren ein Aufwärtspotenzial von rund 65 Prozent. Entsprechend lauten die Empfehlungen:
- 22 Analysten würden BYD derzeit kaufen
- Fünf raten derzeit zum Halten der Aktie
- Kein einziger würde im Moment verkaufen
BYD-Aktie verlor gut die Hälfte ihres Werts
Die Märkte allerdings folgen dieser Vorgabe seit längerer Zeit nicht mehr. Zwar hat sich die BYD-Aktie seit Juni, als sie auf bis zu 8,06 Euro zurückgefallen war, wieder etwas erholt. Ein echter Ausbruch allerdings lässt weiter auf sich warten. Das war 2025 anders: Im Mai des vergangenen Jahres war die BYD-Aktie bei zwischenzeitlich 17,69 Euro gehandelt worden, hat seitdem also mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt.
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