BYD erzielt in Südkorea deutlich höhere Absatzzahlen als in Japan. Wie Reuters am Freitag berichtete, verkaufte das Unternehmen in Südkorea in den ersten neun Monaten 2026 mehr als 20.000 Fahrzeuge. In Japan blieben die Verkäufe im selben Zeitraum unter 4.000. Für Anleger ergibt sich damit ein differenziertes Bild: Die beiden Auslandsmärkte liefern bislang sehr unterschiedliche Absatzbeiträge.
Südkorea liegt deutlich vor Japan
Die Gegenüberstellung zeigt, warum sich die Entwicklung einzelner Märkte nicht ohne Weiteres auf andere Länder übertragen lässt. Der Absatz in Südkorea liefert einen stärkeren Beitrag als jener in Japan. Über die Profitabilität der dort verkauften Fahrzeuge sagen diese Stückzahlen allerdings nichts aus.
Parallel dazu meldeten Medien am Freitag einen weiteren Absatzmeilenstein: Der Tai 7 von BYD Fang Cheng Bao erreichte kumuliert 300.000 Verkäufe. Diese Gesamtzahl beschreibt einen anderen Zeitraum als die regionalen Neunmonatswerte. Sie lässt sich deshalb nicht unmittelbar mit den Verkäufen in Südkorea oder Japan vergleichen.
Für die Einordnung von BYD müssen regionale Verkaufszahlen und die Entwicklung einzelner Modelle somit getrennt betrachtet werden. Sie beleuchten unterschiedliche Teile des Absatzgeschehens und ersetzen keine Betrachtung des Konzernergebnisses.
Gewinnwachstum mit Einschränkungen
Nach dem Reuters-Bericht vom Donnerstag stieg der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 28% auf 10,02 Milliarden Yuan. Damit verfehlte BYD die Analystenschätzungen.
Das Gewinnplus allein reichte also nicht, um die Erwartungen zu erfüllen. Der Bericht verbindet eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal mit einer Enttäuschung gegenüber den Schätzungen.
Der Quartalsumsatz erhöhte sich um 13,6% auf 221,49 Milliarden Yuan. Für die ersten neun Monate 2026 meldete BYD dagegen einen Rückgang des Nettogewinns um 4,2%.
Damit unterscheiden sich auch innerhalb der Ergebnisrechnung die Signale. Das stärkere Quartal steht einem Gewinnrückgang über den längeren Berichtszeitraum gegenüber. Die regionalen Absatzerfolge ändern an dieser Unterscheidung nichts.
Neue Modelle und vorsichtigere Bewertung
Auf der Produktseite brachte BYD am Dienstag die dritte Generation der Plug-in-Hybridlimousine Qin Plus DM-i in China auf den Markt. Medienberichten zufolge liegen die zeitlich begrenzten Preise zwischen RMB 76.900 und RMB 97.900. Für den Seal 07 EV der zweiten Generation öffnete BYD am Montag die Reservierungen; dessen Markteinführung ist Berichten zufolge für den 5. November vorgesehen.
Auch die Bewertung bleibt ein Thema. JPMorgan stufte die A-Aktie am Montag von „Neutral“ auf „Untergewichten“ herab und senkte das Kursziel auf 65 Yuan. Für die in Hongkong notierte Aktie reduzierte das Haus das Ziel auf HK$60 und behielt „Neutral“ bei.
Die jüngsten Nachrichten ergeben damit kein einheitliches Wachstumssignal: BYD meldet regionale Absatzstärke und neue Produkte, während Ergebnisverlauf und Analystenbewertung zur differenzierten Betrachtung zwingen.
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