Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD stellt sich hinter die handelspolitische Verständigung zwischen Brüssel und Peking.
Konkrete Liefermengen oder Obergrenzen nannte der Konzern bei dieser Erklärung zwar nicht, für BYD besitzt das Abkommen dennoch erhebliche Tragweite: Gemeinsam mit Chery und SAIC deckt das Unternehmen nach Reuters-Angaben mehr als 90 Prozent des gesamten chinesischen Hybrid-Absatzes in der EU ab.
Die europäische Seite zielt mit der Vereinbarung auf eine Begrenzung der Lieferströme ab. Nach Informationen von Reuters sieht der Entwurf vor, den Import chinesischer Hybridfahrzeuge künftig auf 350.000 Fahrzeuge pro Jahr zu deckeln.
Zwar gelten die Umsetzungsmodalitäten noch nicht als abgeschlossen, das chinesische Handelsministerium signalisierte jedoch Zuversicht. Aus Peking hieß es, der gefundene Rahmen erlaube den Herstellern auch künftig ein anhaltendes Exportwachstum auf dem europäischen Markt.
Ausbaupläne und europäische Zulassungszahlen
Auf dem europäischen Automobilmarkt arbeitet der Konzern kontinuierlich an seiner Sichtbarkeit.
Neben dem bestehenden Modellangebot stellte das Unternehmen auf dem Pariser Autosalon mit dem Modell Da Han ein weiteres rein batterieelektrisches Fahrzeug vor.
Parallel zu den Exporten gewinnt die lokale Fertigung in Europa an Bedeutung. Executive Vice President Stella Li betonte vor gut einer Woche das langfristige Bekenntnis des Herstellers zum europäischen Markt, wenngleich dem Unternehmen zu jenem Zeitpunkt noch keine Detailinformationen zum Handelsabkommen vorlagen.
Zugleich bekräftigte die Managerin das Ziel, zwei weitere europäische Werke aufzubauen. Für eines dieser neuen Vorhaben wird Frankreich eingehend als Produktionsstandort geprüft.
Quartalsausblick und Absatzlage
Im weltweiten Geschäft zeigte sich das Verkaufsvolumen des Herstellers zuletzt wieder robuster. Im September lieferte BYD 463.561 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben aus, was einem Zuwachs von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Für die ersten neun Monate summiert sich der Gesamtabsatz auf 3.131.576 Einheiten, womit das Vorjahresniveau leicht unterschritten wurde.
Wie sich diese Entwicklung in den finanziellen Erträgen niederschlägt, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Das Unternehmen kündigte an, dass der Vorstand am 29. Oktober zusammenkommt, um die ungeprüften Geschäftszahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate zu erörtern und freizugeben.
Am Kapitalmarkt herrschte vor dem Termin Zurückhaltung: Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 8,34 Euro und verbucht seit Jahresanfang ein Minus von 22 Prozent.
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