BYD Aktie: Da Han und Tang-SUV starten trotz Kursdruck

BYD baut sein Schnellladenetz aus und bringt neue Premiumautos. Die Aktie verliert dennoch und notiert unter dem langfristigen Durchschnitt.

Auf einen Blick:
  • 10.000. Schnellladestation in Shenzhen
  • 20.000 Stationen bis Ende 2026 geplant
  • Neue Modelle für höhere Preissegmente
  • Aktie seit Jahresbeginn 7,3 Prozent tiefer

BYD treibt seine Produktoffensive voran, während die Aktie unter Druck bleibt. Am heutigen Samstag steht in Shenzhen Longhua die Eröffnung der 10.000. Schnellladestation des Konzerns an – ein symbolträchtiger Meilenstein für den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Bis Ende 2026 will BYD auf 20.000 Stationen kommen, wie das Unternehmen mitteilte. Nach eigenen Angaben waren bis Juli bereits mehr als 7.000 Schnellladestationen in 325 chinesischen Städten in Betrieb.

Der Ladeinfrastruktur-Ausbau fällt mit einer dichten Folge neuer Modellstarts zusammen. Auf der Chengdu Auto Show präsentierte BYD in den vergangenen Tagen gleich mehrere Fahrzeuge aus unterschiedlichen Segmenten.

Die dritte Generation des Tang-SUV feierte dort ihr Debüt, mit einer Reichweite von bis zu 850 Kilometern nach chinesischem CLTC-Standard und dem Fahrassistenzsystem God’s Eye B als Serienausstattung. Der Verkaufsstart ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

Da Han und Formula S sollen Premiumsegment stärken

Parallel dazu erreichte die Flaggschiff-Limousine Da Han die chinesischen Händler, nachdem die Vorbestellungen bereits auf der Chengdu-Messe gestartet waren.

Die Preise für die D-Klasse-Limousine der Dynasty-Reihe, die oberhalb des bisherigen Han positioniert ist, liegen Medienberichten zufolge zwischen 249.900 und 299.900 Yuan für die Allradversion. Auch die Submarke Fang Cheng Bao öffnete Vorbestellungen für die Limousinenreihe Formula S und Formula S GT, mit Preisen zwischen 230.000 und 280.000 Yuan.

Diese Modellwelle zielt erkennbar auf höhermargige Segmente. BYD kämpft im heimischen Markt mit anhaltendem Preisdruck bei Elektrofahrzeugen, der die Gewinnmargen belastet hatte. Die Ausweitung auf Premium-Limousinen und die Performance-Submarke Fang Cheng Bao könnte gegensteuern, sofern die Nachfrage die ambitionierten Preispunkte trägt.

Zusätzlich meldete BYD Fortschritte bei der Technologieplattform Yangwang: Die Serienversion des 2026er Yangwang U7 absolvierte einen 30.000-Kilometer-Dauertest in weniger als neun Tagen, wobei die Batteriekapazität nach Unternehmensangaben bei 98,7 Prozent verblieb. Solche technischen Kennzahlen dienen BYD zunehmend als Vertrauenssignal in einem Markt, in dem Batteriehaltbarkeit für Käufer ein zentrales Kaufargument bleibt.

Kurs bleibt trotz Modellflut unter Druck

An der Börse hinterlässt die Produktoffensive bislang keine spürbaren Spuren. Die Aktie schloss am Freitag bei 9,92 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent auf Tagesbasis.

Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 2,2 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn beträgt das Minus 7,3 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 12,99 Euro, erreicht Ende August 2025, klafft mittlerweile eine Lücke von 24 Prozent.

Der technische Rahmen bleibt gemischt: Mit einem RSI von 49,3 notiert das Papier neutral, liegt aber unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 10,44 Euro. Anleger scheinen die Modelloffensive und die Erholung im zweiten Quartal noch nicht als nachhaltige Trendwende zu werten, sondern warten auf handfeste Absatzzahlen der neuen Fahrzeuge.

Ob Da Han, Tang der dritten Generation und die Fang-Cheng-Bao-Limousinen die operative Wende tatsächlich untermauern können, dürfte sich erst in den kommenden Verkaufsquartalen zeigen.

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