Der neue Great Tang kommt später als geplant. Nicht schwache Nachfrage bremst BYD, sondern das Gegenteil: Die Vorbestellungen laufen schneller hoch als die Produktion. Für den Konzern ist das ein Luxusproblem mit klaren Nebenwirkungen.
Nachfrage überholt Produktion
Der Marktstart in China wird nun für den 8. Juni erwartet. Zuvor galt der Mai als Ziel. Mehrere Händler hatten noch keine ersten Fahrzeuge oder Ausstellungsmodelle erhalten.
BYD will den Start offenbar enger mit landesweiten Auslieferungen verzahnen. Das ist wichtig, weil ein großer Auftritt ohne verfügbare Fahrzeuge schnell zum Reputationsproblem wird. Gerade bei einem neuen Flaggschiff zählt der erste Eindruck.
Die Nachfrage ist stark. BYD meldete mehr als 100.000 Vorbestellungen, weniger als zwei Wochen nach dem Start der Reservierungen auf der Beijing Auto Show. Der Vorverkaufspreis beginnt bei 250.000 Yuan.
Schon zu Beginn zeigte sich der Andrang. Innerhalb von 24 Stunden kamen mehr als 30.000 Reservierungen zusammen. Später lagen Händlerdaten bereits bei mehr als 60.000 Einheiten.
Blade-Batterie wird zum Engpass
Der Engpass liegt bei der zweiten Generation der Blade-Batterie. BYD-Chef Wang Chuanfu hat eingeräumt, dass die Nachfrage nach Modellen mit Schnellladeplattform die aktuelle Batteriekapazität übersteigt. Das trifft den Great Tang direkt.
Das Modell nutzt die neue Blade-Batterie und BYDs Schnellladesystem. Der SUV soll in der stärksten Reichweitenversion bis zu 950 Kilometer nach CLTC schaffen. Von 10 auf 70 Prozent lädt er in fünf Minuten.
Das klingt nach einem klaren Technikargument. Für BYD wird es aber erst zum Umsatztreiber, wenn die Stückzahlen folgen. Genau hier liegt der Druck auf der Lieferkette.
Der bisherige Tang L spürt die Modellwechselphase bereits. Im April kam das aktuelle Modell in China nur noch auf 791 Verkäufe. Das lag deutlich unter dem Vorjahr.
Viele Käufer warten offenbar auf den Nachfolger. Das ist in der Autoindustrie typisch, trifft BYD aber in einer angespannten Phase. Der Preiskampf im chinesischen Heimatmarkt drückt weiter auf Margen und Gewinn.
Auslandsgeschäft federt Druck ab
Im ersten Quartal sank der Nettogewinn um 55,4 Prozent auf 4,09 Milliarden Yuan. Der Umsatz ging ebenfalls zurück. Damit passt der Batterieengpass in ein gemischtes Bild: starke Produktnachfrage, aber schwächere Ergebnisdynamik.
Außerhalb Chinas läuft es deutlich besser. Im April erreichten die Auslandsverkäufe von Pkw und Pick-ups 134.542 Einheiten. Das entsprach einem Anstieg von 70,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch Europa gewinnt an Gewicht. Die Neuzulassungen von BYD-Elektroautos in EU, EFTA und Großbritannien legten im ersten Quartal um mehr als 155 Prozent zu. Der Konzern hob sein Exportziel für 2026 auf 1,5 Millionen Fahrzeuge an.
Die Aktie reagierte zuletzt erleichtert. In Hongkong schloss BYD bei 110,30 Hongkong-Dollar und gewann 4,95 Prozent. Bis zum geplanten Start am 8. Juni bleibt der Batterienachschub der zentrale Punkt: Er entscheidet, wie schnell aus Vorbestellungen echte Auslieferungen werden.
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