BYD-Aktie: Gewohnt große Töne!

Die Aktie von BYD erreichte am Dienstagvormittag ein neues Jahrestief. Der chinesische Fahrzeughersteller bleibt derweil selbstbewusst, warum auch immer.

Auf einen Blick:
  • Die BYD-Aktie rutschte am Dienstag auf den tiefsten Stand seit September 2024
  • Indessen gab der chinesische Konzern seine Türkeipläne auf und schaut nach Spanien
  • Innerhalb von fünf Jahren will BYD zum größten Autohersteller der Welt werden
  • Doch die vermeintliche Erfolgsgeschichte hat zuletzt deutliche Risse bekommen

Die Aktie von BYD konnte, anders als der große Rest des Marktes, vom (vorläufigen) Iran-Deal nicht profitieren. Am Montag fielen die Papiere des chinesischen Fahrzeugkonzerns von zuvor 9,50 auf 9,41 Euro. Am Dienstagvormittag ging es mit der BYD-Aktie weiter abwärts auf zwischenzeitlich nur noch 9,20 Euro, es war zugleich der tiefste Stand seit September 2024. Dabei waren die Verantwortlichen zuletzt doch so angriffslustig – und spuckten gewohnt große Töne.

BYD ändert Europapläne, Türkei liegt auf Eis

BYD wolle im vierten Quartal 2026 mit der Autoproduktion in seinem neuen Werk in Ungarn beginnen, meldete unter anderem das Handelsblatt. Die Arbeiten an einer geplanten Fabrik in der Türkei habe das Unternehmen indes pausiert, um sich auf die Produktion in Europa zu konzentrieren, sagte Stella Li, Executive Vice President von BYD. Stattdessen sucht BYD der Europachefin zufolge derzeit nach einem Autowerk im Süden Europas. Dabei gehöre Spanien zu den Ländern, die sich BYD ansehe, wird Li zitiert. Man wolle ein bestehendes Werk übernehmen.

  • BYD strebe langfristig an, 70 Prozent der in Europa verkauften Fahrzeuge auch hier zu bauen, sagte Li
  • 2025 legte der Absatz des Autobauers in Europa demnach um 270 Prozent zu auf fast 188.000 Fahrzeuge

Was die Managerin nicht erwähnte: Dass der Hersteller mit einem extrem hohen Eigenzulassungsanteil negativ auffällt. Zudem wollte BYD die Produktion in Ungarn bereits Ende 2025 beginnen, nun wird sich der Start um rund ein Jahr verzögern. Auch das geplante Werk in der Türkei war mit Getöse angekündigt worden.

Hohe Ziele trotz Überproduktion in China

Auch die Überproduktionen im eigenen Land, sinkende Margen, die zurückgehenden Zulassungen in China, all das wird von BYD-Verantwortlichen eher nicht thematisiert. Stattdessen verkündete BYD-Vorstandschef Wang Chuanfu auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche selbstbewusst, „dass BYD innerhalb der nächsten fünf Jahre gemessen an der Produktionsgröße zum weltweit größten Automobilhersteller aufsteigen soll“, wie Der Aktioinär meldet. Na denn: Viel Glück.

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