BYD Aktie: Formel-1-Einstieg geprüft

BYD erwägt Formel-1-Einstieg und verstärkt Europa-Präsenz, während Heimatmarkt einbricht und Aktie nahe Jahrestief notiert.

Auf einen Blick:
  • Prüfung eines Formel-1-Engagements
  • Großer Auftritt auf Goodwood Festival
  • Heimatmarkt mit 24 Prozent Einbruch
  • Aktienkurs nahe am Jahrestief

Schwache Verkäufe im Heimatmarkt und ein Aktienkurs im Sturzflug. BYD sucht den Ausweg auf der internationalen Bühne. Der chinesische Elektroautobauer prüft offenbar den Einstieg in die Formel 1. Das Ziel: Die globale Markenbekanntheit soll massiv steigen.

Ein eigenes Rennteam gilt als unwahrscheinlich. Die Einstiegshürden sind enorm. Neue Teams zahlen oft hohe dreistellige Millionenbeträge allein als Antrittsgebühr. Hinzu kommen teure Fabriken und Windkanäle. Kurz gesagt: ein Risiko. Ein reines Sponsoring bietet einen finanziell sichereren Weg. Solche Partnerschaften kosten bei etablierten Teams meist zweistellige Millionenbeträge pro Jahr. BYD umgeht damit strenge technische Auflagen des Motorsportverbands. Parallel dazu drohen aber Konflikte. Konkurrenten wie Ferrari, Mercedes oder Ford dominieren die Rennserie bereits.

Großangriff in Europa

Die Motorsport-Pläne passen zur aktuellen Strategie. BYD baut seine Präsenz in Europa aggressiv aus. Auf dem Goodwood Festival of Speed im Juli präsentiert der Konzern den größten Stand der Event-Geschichte. Auf über 2.000 Quadratmetern zeigt das Unternehmen neben der Hauptmarke auch Modelle von Yangwang. Außerdem feiert die Premium-Tochter Denza dort ihren offiziellen Marktstart im Vereinigten Königreich.

Dieser globale Vorstoß kommt zur rechten Zeit. Im Mai stiegen die weltweiten Verkäufe nur minimal. Die Exporte sprangen zwar um 80 Prozent nach oben. Der chinesische Heimatmarkt brach im gleichen Schritt jedoch um 24 Prozent ein. Das markiert den dreizehnten Rückgang in Folge. Obendrein wächst der politische Druck. Die US-Regierung setzte BYD kürzlich auf eine Liste von Unternehmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär.

Kurs nahe am Jahrestief

An der Börse verpuffen die Expansionspläne bisher. Die Aktie ging am Freitag bei 8,90 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier nur Haaresbreite über dem massiven Tiefpunkt. Auf Jahressicht steht ein Minus von rund 35 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zur langfristigen 200-Tage-Linie bleibt gewaltig. Ein technischer Indikator signalisiert zwar eine kurzfristig überverkaufte Situation. Eine Trendwende zeichnet sich aber nicht ab.

Ein teures Formel-1-Engagement birgt in dieser fragilen Phase Risiken. Ein reines Sponsoring stärkt die Marke, ohne die Bilanz zu sprengen. Fällt der Kurs in den kommenden Tagen unter die Marke von 8,82 Euro, droht charttechnisch weiteres Abwärtspotenzial. Die Marketing-Offensive muss bald messbare Verkaufszahlen in Europa liefern.

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