BYD kämpft im laufenden Jahr mit rückläufigen Verkaufszahlen bei der Kernmarke – doch die Tochterlabels des chinesischen Autobauers liefern Gegengewicht.
Fangchengbao verzeichnete im Juli mit 41.213 verkauften Einheiten einen historischen Höchststand für die Marke, ein Plus von 190,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und 15,7 Prozent mehr als im Juni. Damit beantwortet sich die Frage, wie BYD die Schwäche im Massenmarkt bislang abfedert: über die Diversifizierung seines Markenportfolios.
Fangchengbao, Denza und Yangwang legen zu
Auch die Premiummarke Denza wuchs kräftig: 19.196 verkaufte Fahrzeuge im Juli bedeuten ein Plus von 68,8 Prozent im Jahresvergleich, wenngleich der Wert gegenüber dem Vormonat um 5,7 Prozent zurückging.
Die Luxusmarke Yangwang setzte 485 Einheiten ab, ein Zuwachs von 43,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für den Gesamtkonzern ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Während die Kernmarke im bisherigen Jahresverlauf schwächelt, gewinnen die spezialisierten Ableger an Fahrt.
Für den Zeitraum von Januar bis Juli summierten sich die Verkäufe von Neuenergiefahrzeugen auf 2.227.722 Einheiten, ein Rückgang von 10,54 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Rückgang fällt damit deutlich geringer aus als noch im ersten Halbjahr, als ein Minus von 15,72 Prozent zu Buche stand. Der Trend zeigt also eine Stabilisierung, auch wenn die Vorjahreswerte noch nicht wieder erreicht sind.
Expansion nach Japan als Signal
Parallel zur heimischen Markendiversifizierung treibt BYD die internationale Präsenz voran. In Tokio brachte der Konzern am 28. Juli seinen Kleinstwagen Racco auf den Markt, zu einem Einstiegspreis von 2,145 Millionen Yen vor Subventionen, umgerechnet rund 13.585 US-Dollar.
Innerhalb von etwa einer Woche gingen bereits 700 Bestellungen ein, bis Ende 2026 peilt das Unternehmen 10.000 Bestellungen in Japan an. Der Vorstoß in einen traditionell von heimischen Herstellern dominierten Markt unterstreicht das gestiegene Selbstbewusstsein des Konzerns auf internationaler Bühne.
Die Ambitionen reichen weiter: BYD-Gründer Wang Chuanfu hatte auf der Jahreshauptversammlung im Juni in Shenzhen das Ziel ausgegeben, den japanischen Rivalen Toyota bis 2030 als weltweiten Spitzenreiter abzulösen. Die Wachstumsraten bei Fangchengbao und Denza sowie der Markteintritt in Japan lassen sich als erste Bausteine dieser Strategie lesen.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse spiegelt sich die operative Stabilisierung bislang nur zögerlich. Die Aktie notiert aktuell bei 10,10 Euro und legt am heutigen Handelstag um 0,66 Prozent zu. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 3,29 Prozent, das Papier bewegt sich damit weiterhin unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts.
Anleger dürften sich nun auf den nächsten Quartalsbericht konzentrieren: Am 29. August 2026 legt BYD seine Zahlen vor, die zeigen müssen, ob sich die Erholung bei den Nebenmarken auch in den Konzernergebnissen niederschlägt.
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