BYD hat im Juli 2026 so viele Fahrzeuge ins Ausland verschifft wie nie zuvor in einem einzelnen Monat. Der chinesische Autobauer und Batteriehersteller lieferte 180.538 Fahrzeuge in Übersee-Märkte aus, ein Plus von 123,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und rund 3 Prozent mehr als im Juni, wie CleanTechnica berichtet. Der Sprung markiert den stärksten Exportmonat der Firmengeschichte.
Elektroautos treiben das Wachstum
Der Konzern lieferte im Juli insgesamt 411.072 Fahrzeuge aus – ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahresmonat. Allein auf reine Elektroautos entfielen 233.105 Einheiten, ein Zuwachs von 31 Prozent und der zweitbeste BEV-Monat der Firmengeschichte. Die Plug-in-Hybride entwickelten sich dagegen uneinheitlich: 177.967 verkaufte Fahrzeuge bedeuten zwar ein Jahresplus von 9,1 Prozent, im Monatsvergleich schrumpfte das Segment jedoch ebenfalls um 9,1 Prozent. Auch bei Nutzfahrzeugen legte BYD kräftig zu, die Verkäufe stiegen dort im Juli um 149 Prozent.
Heimatmarkt bleibt Schwachstelle
Während das Auslandsgeschäft brummt, zeigt sich in China ein anderes Bild. Die Inlandsverkäufe summierten sich im ersten Halbjahr 2026 auf 795.169 Fahrzeuge, ein Rückgang von 45,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig kletterten die Auslandsverkäufe im gleichen Zeitraum um 71 Prozent. Der Preiskampf auf dem chinesischen Heimatmarkt drückt weiterhin auf die Margen der gesamten Branche, während BYD sein Wachstum zunehmend über Exportmärkte generiert. Im globalen Ranking der Automobilhersteller kam der Konzern im ersten Halbjahr 2026 auf einen Marktanteil von 4,8 Prozent und belegte damit Rang sechs, hinter Toyota mit gut 11 Prozent Anteil.
Fang Cheng Bao feiert Jubiläum
Am heutigen Mittwoch feierte die BYD-Tochter Fang Cheng Bao ihr drittes Jubiläum: Seit Marktstart hat die Premiummarke mehr als 500.000 Fahrzeuge verkauft, bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von über 223.000 Yuan. Allein im Juli setzte Fang Cheng Bao 41.213 Einheiten ab, ein Plus von 190,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – getragen vor allem vom Modell TAI 7, das rund 27.000 der verkauften Fahrzeuge stellte. In den ersten sieben Monaten des Jahres kam die Marke damit auf 200.687 verkaufte Einheiten.
Expansion in Brasilien
Auch in Südamerika baut BYD seine Präsenz aus. Der Konzern brachte in Brasilien den ersten lokal gefertigten Plug-in-Hybrid an den Start, den Song Pro Super-Híbrido Flex Fuel, der neben Strom auch Benzin und Ethanol tankt – finanziert über eine Investition von umgerechnet rund 19,6 Millionen Dollar am Werk in Camacarí im Bundesstaat Bahia. Im Juli verkaufte BYD in Brasilien 23.465 Fahrzeuge, ein Plus von 142 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch in Südkorea gewinnt die Marke an Boden: Sie ist dort inzwischen der viertgrößte Importeur im dortigen Automarkt.
Aktie: Erholung von Tiefs, aber weit vom Jahreshoch entfernt
An der Börse hat sich die BYD-Aktie zuletzt etwas stabilisiert. Das Papier notiert bei 10,25 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen um 9,82 Prozent zugelegt. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro vom 26. August 2025 fehlen dennoch 22,52 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Anleger die starken operativen Zahlen aus dem Exportgeschäft bislang nur zögerlich mit einer nachhaltigen Kurserholung honorieren. Die Diskrepanz zwischen wachsendem Auslandsgeschäft und schrumpfendem Heimatmarkt bleibt damit das zentrale Thema für die Bewertung des Konzerns.
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