BYD-Aktie: Das darf doch nicht wahr sein!

Ein brasilianischer Arbeitsinspektor wurde entlassen, nachdem er BYD auf eine Liste für schwere Arbeitsrechtsverstöße setzte. Ein Gericht stoppte die Eintragung vorerst.

Auf einen Blick:
  • Inspektor nach BYD-Listung entlassen
  • Vorwürfe sklavenähnlicher Arbeitsbedingungen
  • Gericht stoppt Eintrag auf schwarze Liste
  • Politische Einflussnahme wird kritisiert

In Brasilien sorgt ein ungewöhnlicher Vorgang für politischen Streit: Der oberste Arbeitsinspektor des Landes wurde laut Reuters entlassen, nachdem er den chinesischen Autobauer BYD auf eine offizielle Liste gesetzt hatte, auf der Unternehmen stehen, denen besonders schwere Arbeitsrechtsverstöße vorgeworfen werden.

BYD-Aktie: Konzern werden untragbare Arbeitsbedingungen in Brasilien vorgeworfen

Dem Reuters-Bericht zufolge, der sich auf Informationen aus Regierungskreisen stützt, ignorierte der Inspektor eine direkte Anweisung des Arbeitsministers, BYD vorerst nicht auf diese sogenannte „Dirty List“ zu setzen. Die Entlassung wird von der Gewerkschaft der Arbeitsinspektoren als politischer Eingriff kritisiert, der die Unabhängigkeit der Kontrollen untergrabe.

Der Fall hat besondere Brisanz, weil BYD in Brasilien stark expandiert und enge Beziehungen zur Regierung pflegt. Bereits 2024 waren bei einem Bauprojekt für eine neue BYD‑Fabrik mehr als 160 chinesische Arbeiter unter Bedingungen entdeckt worden, die Behörden als „sklavenähnlich“ beschrieben. Der Vorfall schadete dem Ruf des Unternehmens und verzögerte den Fabrikbau. BYD bestreitet, von den Missständen gewusst zu haben.

BYD-Aktie: Gericht streicht Konzern von „Dirty List“

Die Aufnahme in die Liste hätte für BYD finanzielle Folgen gehabt, da betroffene Firmen in Brasilien keinen Zugang zu bestimmten staatlichen Krediten erhalten. Doch dazu kam es vorerst nicht: Ein Gericht stoppte die Entscheidung des Arbeitsinspektors kurz nach der Veröffentlichung und setzte den Eintrag wieder außer Kraft. Damit gilt BYD offiziell nicht als gelistet, und die möglichen finanziellen Folgen bleiben zunächst ohne Wirkung, bis der Fall weiter geprüft wird.

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