BYD prüft laut Reuters offenbar einen weiteren großen Produktionsstandort in Europa. Nach Aussagen des Europa-Beraters Alfredo Altavilla gehört Frankreich zu den bevorzugten Kandidaten für ein neues Werk, das die bereits laufenden Investitionen des chinesischen Autobauers in Europa ergänzen könnte.
BYD-Aktie: Frankreich auf der Shortlist für neues Werk
Bislang baut BYD bereits ein Fahrzeugwerk in Ungarn auf und arbeitet an einem weiteren Standort in der Türkei. Nun prüft der Konzern laut den Berichten zusätzlich Optionen in Frankreich. Eine endgültige Entscheidung wurde allerdings noch nicht getroffen.
Die Überlegungen passen zur langfristigen Europa-Strategie des Unternehmens. Alfredo Altavilla hatte zuletzt erklärt, dass BYD perspektivisch Platz für drei europäische Fahrzeugwerke sowie eine Batteriefabrik sieht.
BYD-Aktie: Lokale Produktion wird immer wichtiger
Der mögliche französische Standort ist auch vor dem Hintergrund der europäischen Handelspolitik interessant. Durch lokale Produktion kann BYD einen Teil der Risiken reduzieren, die sich aus Zöllen und Handelsbeschränkungen gegen chinesische Fahrzeugimporte ergeben.
Erst kürzlich hatte die EU die Importe für Plug-in-Hybride aus China begrenzt – auf zunächst 350.000 Fahrzeuge pro Jahr. Die Quote soll in den darauffolgenden Jahren leicht ansteigen. BYD ist mit Abstand der größte chinesische Importeur von Plug-in-Hybriden in die EU.
Zugleich würde eine Fertigung in Frankreich die Nähe zu einem der größten europäischen Automärkte schaffen. Das Land bemüht sich seit Jahren darum, neue Investitionen in die Elektroautoindustrie anzuziehen und eine stärkere heimische Wertschöpfung aufzubauen.
Zur Einordnung: Die Meldung zeigt, dass BYD Europa nicht mehr nur als Exportmarkt betrachtet, sondern schrittweise eine eigene industrielle Basis aufbaut. Mit Werken in Ungarn und Türkei sowie möglichen Investitionen in Frankreich würde sich das Unternehmen deutlich tiefer in die europäische Automobilindustrie integrieren und vor allem die EU-Restriktionen umgehen.
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