BYD Aktie: Auslandsverkäufe übersteigen 1,158 Millionen

Symbolbild, KI-generiert

BYD steigert die Auslandsverkäufe im ersten Halbjahr um 68 Prozent. Politische Risiken und Chartdaten belasten die Aktie weiterhin.

Auf einen Blick:
  • Auslandsverkäufe wachsen um 68 Prozent
  • Exportumsatz erreicht 181,268 Milliarden Yuan
  • Fünfter Rekordmonat im Auslandsgeschäft
  • Aktie rund 24 Prozent unter Hoch

BYD verzeichnet trotz politischer Gegenwinde ein Rekordwachstum im Auslandsgeschäft – während die Aktie an der Börse davon bislang wenig profitiert. Der chinesische Elektroautobauer wurde von den USA jüngst auf eine Liste von Unternehmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär gesetzt, zusammen mit Alibaba, Baidu, WuXi AppTec, RoboSense und Unitree.

Die Reaktion an der Hongkonger Börse fiel verhalten aus: BYD-Aktien legten dort sogar um 1,5 Prozent zu, während andere gelistete Unternehmen wie WuXi AppTec deutlich stärker unter Druck gerieten.

Exportgeschäft treibt Wachstum

Die Zahlen aus dem operativen Geschäft untermauern die Wachstumsstory. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte BYD 1.808.511 Fahrzeuge, davon 789.367 im Ausland – ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Auslandsumsatz erreichte 181,268 Milliarden Yuan und wuchs damit um 33,92 Prozent, was mittlerweile 52,57 Prozent des Gesamtumsatzes entspricht. Parallel dazu investierte das Unternehmen 28,861 Milliarden Yuan in Forschung und Entwicklung und übertrifft damit Wettbewerber wie SAIC deutlich.

Auch im August setzte sich der Trend fort: Nach einem Bericht chinesischer Medien verkaufte BYD im laufenden Jahr bis August insgesamt 1,158 Millionen Fahrzeuge im Ausland – mehr als im gesamten Jahr 2025 mit 1,0496 Millionen Einheiten. Die Auslandsverkäufe stiegen im August um 134,6 Prozent und markierten damit den fünften Rekordmonat in Folge.

US-Finanzminister Scott Bessent lobte BYD nach diesem Bericht beim Economic Club in Charlotte öffentlich und bezeichnete das Unternehmen als Anbieter, der für 35.000 Dollar Fahrzeuge liefere, die Qualität im Wert von 70.000 Dollar böten.

Regionale Märkte mit gemischten Signalen

In Australien markierte BYD nach eigener Einschätzung einen „Wendepunkt“ für Elektrofahrzeuge: Im August übertrafen batterieelektrische Neuwagen mit 27.078 verkauften Einheiten erstmals sowohl Benziner als auch Diesel-Fahrzeuge. BYD selbst verkaufte 8.231 Fahrzeuge, ein Plus von 68 Prozent, blieb damit aber hinter Tesla mit 7.685 Einheiten und einem Zuwachs von 160 Prozent zurück, wenn man die Wachstumsraten vergleicht.

In Südkorea profitierte BYD von Lohnstreiks bei heimischen Herstellern: Während Hyundai und Kia im August Inlandsverkäufe von zusammen fast 74.500 Einheiten einbüßten, verkaufte BYD dort 3.002 Fahrzeuge und stellte gemeinsam mit Tesla 45 Prozent aller Importe.

Weniger rund läuft es dagegen in Pakistan, wo das 150-Millionen-Dollar-Werk in Gharo seinen ursprünglichen Zeitplan verfehlt und der Produktionsstart nun erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen soll.

Auch in Indonesien musste BYD die Importe von Komplettfahrzeugen stoppen, nachdem das Kontingent von 100.000 Einheiten für zwei Jahre bereits zu 92.000 ausgeschöpft war – die lokale Produktion in Subang soll die Lücke füllen.

Kurs bleibt unter Druck

Trotz der starken operativen Zahlen zeigt sich die Aktie charttechnisch angeschlagen. Am Freitag schloss das Papier bei 9,45 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent auf Tagessicht und rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 12,49 Euro aus dem Oktober. Der Titel notiert damit auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 10,41 Euro, was auf einen mittelfristig angeschlagenen Trend hindeutet.

Die Diskrepanz zwischen robusten Exportzahlen und schwacher Kursentwicklung dürfte Anleger vorerst weiter beschäftigen – zumal die geopolitische Unsicherheit durch die US-Sanktionsliste ein zusätzliches Risiko darstellt, dessen konkrete Auswirkungen auf das Geschäft noch nicht abschließend zu beziffern sind.

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