Liebe Leserin, lieber Leser,
ganz langsam schiebt sich die Aktie von BYD wieder nach oben. Nachdem die Papiere des chinesischen Autobauers vor einer Woche einen kleinen Sprung auf 11,70 Euro hingelegt hatten, ausgelöst durch die Meldung über einen Großauftrag für das Werk in Brasilien, waren sie zunächst wieder auf 11,05 Euro zurückgefallen. Den Freitag beendete die BYD-Aktie in Frankfurt bei 11,22 Euro, am Montag im frühen Handel ging es auf 11,24 Euro. Nun ja, das gemächliche Tempo will so gar nicht zu den spektakulären Meldungen der vergangenen Tage passen. Und irgendwo doch.
BYD kündigte Megawatt-Ladestationen an
Denn in deutschen Medien überschlugen sich die Autoren zuletzt mit Nachrichten, dass BYD nach China nun auch in Europa ein Netzwerk ultraschneller Megawatt-Ladestationen errichten wolle. Die Chinesen setzten dabei auf neu entwickelte „Megawatt-Flash-Charging“-Stationen, hieß es. Ladevorgänge mit Leistungen von bis zu 1500 kW sollen möglich sein – aktuell leisten die Schnelllader in Deutschland maximal 400 kW. „Noch stehen die Säulen nur im Reich der Mitte, doch der Ausbau beschränkt sich nicht auf China“, hieß es etwa zuletzt auf chip.de.
- BYD plant demnach, bis Ende 2026 rund 3.000 Schnellladestationen in Europa zu errichten
- Vorerst seien Stationen bei BYD-Händlern und an großen Autobahnkreuzen geplant, heißt es
Revolutionäre LFP-Batterie von BYD kommt – irgendwann
In nur fünf Minuten soll der Akku laut Auto Bild an diesen Säulen von 10 auf 70 Prozent laden – „bereit“ für mehrere Hundert Kilometer. In neun Minuten gehe es von 10 auf 97 Prozent. Möglich machen soll dies zweite Generation der firmeneigenen Blade-Batterie. „Sie setzt auf Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) und nutzt Fortschritte im Ionentransport“, heißt es. „Die Eintrittskarte zum schnellen Laden? Vorerst wird das nur ein neues Modell aus China können.“
Die Rede ist vom Modell Z9GT der Premium-Tochter Denza, das am 8. April von BYD in Paris vorgestellt werden soll. Der Shooting Brake Grand Tourer komme mit 122-kWh-Blade-Batterie und in der stärksten Version auf über 960 PS. Das Problem nur: Noch ist nicht einmal ein Preis bekannt, der aber jenseits der 70.000 Euro liegen dürfte und entsprechend wenige Kunden locken wird. Bis wann das Elektroauto nach Europa ausgeliefert werden wird? Unklar? Dennoch kündigte BYD für Deutschland an, „noch im Laufe des Jahres 2026 rund 300 Megawatt-Lader zu installieren“.
Verkaufsziel weit verfehlt, Ungarn-Werk verzögert
Nun ist das bei BYD mit kühnen Aussagen so eine Sache: 2025 wollte der Konzern 50.000 Autos in Deutschland verkaufen, noch im Frühjahr hatte Vizepräsidentin Stella Li dieses Ziel bestätigt. Am Ende wurden es mit 23.360 Auslieferungen nicht einmal die Hälfte. Und unter diesen befand sich eine erhebliche Anzahl von Eigenzulassungen. Die Autos werden dann wenig später als Tageszulassungen oder junge Gebrauchte auf den Markt geschmissen, was ordentlich an Marge und Rendite kostet.
Zudem: Das BYD-Werk in Ungarn sollte Ende 2025 in die Serienproduktion gehen. Im Februar war dann auf elektrive.de vom zweiten Quartal 2026 die Rede. Voraussichtlich. Ob die Ankündigung von Hunderten „Megawatt-Flash-Charging“-Stationen in Europa noch in diesem Jahr stimmt? Sagen wir mal so:
- Anfang Juni 2025 hatte BYD-Managerin Stella Li die Ultra-Schnelllader laut Auto, Motor & Sport schon einmal angekündigt
- „Klar ist nur, dass der Aufbau des Ladenetzwerks in den kommenden zwölf Monaten erfolgen soll“, hieß es in dem Bericht
BYD-Aktie weiter weit im Jahresminus
Mit anderen Worten: Will der Konzern die Prognose von damals in die Realität umsetzen, blieb ihm noch knapp drei Monate Zeit. Das wird verdammt eng. Und so bleibt BYD vor allem in einer Disziplin vorne: als Ankündigungsweltmeister. Die Aktie indes hat innerhalb eines knappen Jahres noch immer mehr als ein Drittel an Wert eingebüßt.
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